So sieht die Zukunft des Walhallas aus

Spielball liegt bei der Stadtverordnetenversammlung

So sieht die Zukunft des Walhallas aus

Lange Zeit stand nicht fest, wie es für das Walhalla in der Wiesbadener Innenstadt weitergehen würde. Seit über zwei Jahren steht das „Specialitätentheater“ schon leer. Jetzt soll sich aber wieder etwas tun. Der WVV hat dem Magistrat am Dienstag eine Sitzungsvorlage zur Nachnutzung übergeben, jetzt ist es Aufgabe der Stadtverordnetenversammlung zu entscheiden, was genau mit dem Theater passiert.

Dabei dient die Sitzungsvorlage, wie die Stadt Wiesbaden mitteilt, als Grundlage für die weiteren Entscheidungen zur Nutzung des Walhallas. Die WVV erläutert in dem Papier Möglichkeiten, wie eine kulturelle Nutzung umgesetzt werden kann. Die Beschlussvorlage erläutert anhand von umfangreichen Gutachten im Detail, welche finanziellen und technischen Rahmendaten für eine Wiederbelebung des Theaters eine Rolle spielen.

Kern der Vorlage ist eine Kostenschätzung des auf denkmalgerechte Sanierungen spezialisierten Architekturbüros „eckertharms“. Dieses schätzt die Gesamtkosten auf rund 33 Millionen Euro netto. Daraus würde sich wiederum rechnerisch eine Kostenmiete von 32,20 Euro pro Quadratmeter ergeben. Die Geschäftsführung der WVV hält eine Kostenmiete von zehn bis zwölf Euro pro Quadratmeter bei einer kulturellen Nutzung für eine realistisch erzielbare Miete. Um eine schwarze Null erzielen zu können, wäre aber ein städtischer Investitionszuschuss von bis zu 21,5 Millionen Euro nötig.

Ohne städtischen Zuschuss gehe es — auch wenn Bund, Länder und EU-Programme hinzukommen — nicht, wie Oberbürgermeister Sven Gerich erklärt. Nun liegt es also in der Hand der Stadtverordnetenversammlung, zu entscheiden, ob Wiesbaden den entsprechenden Betrag bezuschusst. „Für mich steht dabei fest, dass die Walhalla auch künftig kulturell genutzt werden soll“, betont Gerich. Weil sich aber auch die Stadtverordnetenversammlung im Vorfeld schon für eine kulturelle Nutzung des ehemaligen Theaters ausgesprochen hat, stehen die Chancen dafür gut.

Bei einer positiven Beschlussfassung und entsprechenden Mitteln im städtischen Haushalt für 2020 und 2021 könnte schon 2020 mit der Umsetzung begonnen werden. (ms)

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