Warum es kaum noch Erdnussbutter zu kaufen gibt

Seit Monaten stehen Fans von Erdnussbutter in Wiesbaden vor leeren Regalen. Aber auch in vielen anderen deutschen Städten wird das Produkt nicht mehr geführt. Warum ist das so?

Warum es kaum noch Erdnussbutter zu kaufen gibt

Brotaufstrich, unverzichtbare Zutat der asiatischen Küche oder sogar Dip: Erdnussbutter ist vielseitig und nicht nur in den USA beliebt. Laut dem Statistikportal „Statista“ generiert sie in Deutschland jährlich einen Umsatz von rund 30 Millionen Euro. Doch seit einiger Zeit muss man lange suchen, um überhaupt noch ein Glas ergattern zu können. Warum ist das so?

Gähnende Leere

Egal in welchen Supermarkt in Wiesbaden man geht: Im Erdnussbutterregal herrscht gähnende Leere. Zwar gibt es in Bio-Supermärkten und Feinkostabteilungen vereinzelt noch Erdnusscreme zu kaufen. Diese ist aber in Konsistenz und Geschmack nicht mit dem USA-Produkt vergleichbar. Stichproben bei Penny, Real, Edeka und Hit in Wiesbaden waren jeweils erfolglos. „Die wurde nicht geliefert“, lautet meist die Antwort der achselzuckenden Mitarbeiter.

In Internetforen wurde bereits wild spekuliert. Scheinbar ist ganz Deutschland von der Erdnussbutter-Ebbe betroffen. Die Theorien reichten von Rückruf wegen Qualitätsproblemen bis hin zu Ein- beziehungsweise Ausfuhrzöllen und protektionistischer amerikanischer Wirtschaftspolitik.

Ein Sprecher von „Rewe“ gibt gegenüber Merkurist einen ähnlichen Grund wie die Supermarktmitarbeiter an: „Der amerikanische Lieferant hat aktuell Lieferschwierigkeiten.“ Darüber habe der Importeur der Erdnussbutter das Unternehmen informiert. „Wir hoffen — speziell im Sinne der Erdnussbutter-Fans unter unseren Kunden — dass sich das bald ändert.“ Wann das der Fall sein könnte, ist aber noch völlig offen.

Erdnussbutter wird importiert

Die meisten Supermärkte und Discounter haben — in der Regel und abgesehen von Eigenmarken — die Erdnussbutter der Marke „Barney’s Best“ in den Regalen stehen. Da diese aus den USA importiert wird, ist man abhängig von anderen Firmen.

Verantwortlich für die Einfuhr der Erdnussbutter ist die Hamburger „Dockhorn & Co. Import-Export GmbH“. Neben zwei Sorten Erdnussbutter versorgt das Unternehmen den deutschen Markt unter anderem auch mit Cranberry- und Ahornsirup. Auf Nachfrage dort heißt es, man könne entsprechende Aussagen bestätigen: „Ja, es kommt zu Lieferproblemen bei dem amerikanischen Hersteller“, so ein Mitarbeiter gegenüber Merkurist.

Warum es zu diesen Lieferschwierigkeiten kommt und ob vielleicht Qualitätsprobleme oder ein Rückruf Schuld daran sind, wollte der Mitarbeiter nicht sagen. „Wir können leider keine Interna über unsere Lieferanten herausgeben“, heißt es. (nl)

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