Warum Wiesbaden ein neues Umspannwerk braucht

Für 31 Millionen Euro baut sw netz ein neues Umspannwerk in Wiesbaden. Es soll die Stromversorgung der Zukunft sichern und ist für den steigenden Bedarf durch E-Autos und Wärmepumpen nötig.

Warum Wiesbaden ein neues Umspannwerk braucht

Im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Amöneburg entsteht ein neues Umspannwerk, das die Stromversorgung der Stadt sichern soll. Wie die Stadtwerke Wiesbaden Netz GmbH (sw netz) mitteilt, investiert der Netzbetreiber 31 Millionen Euro in den Bau in der Deponiestraße.

Anlässlich des offiziellen Spatenstichs betonte sw-netz-Geschäftsführer Peter Lautz die Bedeutung des Projekts: „Mit diesem Umspannwerk machen wir die Landeshauptstadt fit für die Zukunft. Es ist ein weiterer wesentlicher Baustein zur langfristigen Sicherung und Erweiterung der Stromversorgung in Wiesbaden.“ Der Bau sei notwendig, da der Strombedarf durch die Wärmewende, Elektromobilität, geplante Rechenzentren und Neuansiedlungen wachse.

Das neue Umspannwerk wird in der Nähe des Biomasseheizkraftwerkes und des neuen Müllheizkraftwerkes errichtet. Seine Aufgabe ist es, elektrische Energie aus dem regionalen Hochspannungsnetz mit 110.000 Volt in Mittelspannung mit 20.000 Volt umzuwandeln. Diese wird dann in die umliegenden Stadtteile weitergeleitet. Zwei Transformatoren mit einer Leistung von jeweils 50/63 Megavoltampere (MVA) übernehmen diese Aufgabe.

Das Gebäude wird auf fünf Geschossen errichtet und soll 19 Meter hoch, 34,6 Meter lang und 24,1 Meter breit werden. Jede Etage hat eine Fläche von 680 Quadratmetern. Außer den Schaltanlagen wird auch moderne Schutz- und Steuerungstechnik verbaut, um bei Störungen eine schnelle Wiederversorgung zu gewährleisten.

Platz für Rechenzentrum eingeplant

Auch Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende war beim Spatenstich anwesend. „Ein zuverlässiges Stromnetz ist wichtig für alle Menschen in unserer Stadt – und auch für die ansässigen Unternehmen ein entscheidender Standortvorteil“, so Mende. „Damit der Strom auch in Zukunft sicher fließt, muss das Netz stetig ausgebaut werden.“

Bei der Planung wurde bereits an die Zukunft gedacht: Im zweiten und dritten Obergeschoss des Gebäudes werden Flächen geschaffen, die später beispielsweise von einem Rechenzentrum genutzt werden können. Der Hochbau soll im Januar 2027 beginnen, die Inbetriebnahme der Schaltanlagen ist für das vierte Quartal 2028 geplant. Jörg Höhler, Vorstandsvorsitzender der Muttergesellschaft ESWE Versorgungs AG, ergänzte: „Mit dem Infrastrukturausbau von sw netz sorgen wir dafür, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird.“