Mehr Holzdiebstähle in hessischen Wäldern

Wegen der hohen Energiepreise suchen die Menschen nach Alternativen für den kommenden Winter. Im Wald nehmen bereits die Holzdiebstähle zu.

Mehr Holzdiebstähle in hessischen Wäldern

Ob Feuerholzsammeln oder der Abtransport ganzer Baumstämme per Lkw: In den deutschen Wäldern wird aktuell besonders viel Holz gestohlen. Grund sind die steigenden Energiepreise und die Angst vor einem kalten Winter. Wie der Waldeigentümer-Verband AGDW auf seiner Facebookseite mitteilt, ist das Holz bei vielen Händlern bereits ausverkauft. „Die Versuchung, sich im Wald (illegal) zu bedienen, steigt“, heißt es dort.

Auch bei den hessischen Forstämtern und -revieren laufen derzeit die Telefone heiß: „Die Nachfrage ist sehr groß! Wir haben mindestens doppelt so viele Anfragen wie im Vorjahr“, berichtet Michelle Sundermann aus der Pressestelle von HessenForst gegenüber Merkurist. Was jedoch auch in der vergangenen Saison zugenommen habe, seien die Diebstähle von Brennholz. „Stehende Bäume werden – noch – nicht geklaut, aber bei den Poltern, also dem aufgestapeltem Holz, gibt es immer mehr Diebstähle“, so Sundermann. Wer bei einem Holzdiebstahl erwischt wird, muss mit Konsequenzen rechnen: „Das ist eine Straftat und wird zu Anzeige gebracht.“

Äste dürfen nicht mitgenommen werden

Übrigens ist es ebenso eine Ordnungswidrigkeit, kleine Holzstücke und Äste aufzuheben und mit nach Hause zu nehmen. Früher war dies durch sogenannte „Lesescheine“ noch erlaubt. Doch inzwischen ist auch das Diebstahl, sagt Sundermann. Aus Biodiversitätsgründen müssten Stämme und Äste unter einem Durchmesser von sieben Zentimetern im Wald bleiben, so schreibt es auch die Zertifizierung nach FSC (Forest Stewardship Council) vor. Denn vor allem die dünnen Resthölzer mit einem hohen Anteil der nährstoffhaltigen Rinde sind, etwa für Insekten, von Bedeutung und sollten daher im Wald bleiben.

„Das Holz muss in der Regel noch zwei Jahre trocknen, bis es verbrannt werden kann“ – Michelle Sundermann, HessenForst

Momentan ist Brennholz nicht in jeder Region in Hessen zu haben. Denn das könne im Lauf der Zeit variieren. „Wenn für die Regionen rund um Wiesbaden, Taunus und Rheingau kein Forstamt und Revier in der Liste stehen, gibt es dort vor Ort im Moment keines“, erklärt Sundermann mit Blick auf die Webseite. „Aber es lohnt sich immer, regelmäßig in das Brennholzportal zu schauen. Die Erntesaison im Wald beginnt ja erst.“ Da könne es sein, dass noch Brennholzmengen anfallen.

Nadelbrennholz kostet derzeit 67 Euro pro Festmeter, Buchenbrennholz 85 Euro. Das Holz muss dann selbst vom Kunden gesägt, gespalten, transportiert und getrocknet werden. Jedoch könne das Holz, das jetzt geerntet wird, noch nicht für diesen Winter verwenden werden. „Es muss in der Regel noch zwei Jahre trocknen, bis es verbrannt werden kann“, so Sundermann.

Übrigens ist Brennholz beim Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus derzeit nicht verfügbar. „Leider sind Brennholzbestellungen auf Grund der hohen Nachfrage zur Zeit nicht möglich“, heißt es auf der Webseite. Ab Herbst biete das Forstamt wieder Brennholz in verschiedenen Sortimenten und Baumarten an.

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