So werben die Wiesbadener OB-Kandidaten um ihre Wähler

Am Sonntag wählen die Wiesbadener einen neuen Oberbürgermeister. Die Kandidaten verfolgen dabei ganz unterschiedliche Strategien, um die Wähler auf ihre Seite zu ziehen.

So werben die Wiesbadener OB-Kandidaten um ihre Wähler

Mit einer Podiumsdiskussion vor dem Seniorenbeirat Anfang April fing alles an: Die sieben Wiesbadener Oberbürgermeister-Kandidaten starteten in ihren mehrwöchigen Wahlkampf. Es folgten jede Menge öffentliche Auftritte, Plakate in der ganzen Stadt und Wählertreffen. Dabei gingen die sieben Politiker ganz unterschiedliche Wege um die Wähler auf ihre Seite zu ziehen.

Plakate

Ob vor dem Hauptbahnhof, auf Grünflächen oder entlang der Hauptverkehrsrouten, zwischen den Plakaten für die Europawahl lachen die OB-Kandidaten den Wiesbadenern seit Wochen von den großen Stellwänden entgegen. Nur ein Gesicht fehlt: Christian Bachmann von der Freien Wählern hat sich beim Wahlkampf bewusst gegen Plakate entschieden. „Ich halte es für eine Ressourcenverschwendung, Umweltverschmutzung und optische Verschandelung der Stadt“, fasst er seine Argumente zusammen. Stattdessen setze er auf den direkten Austausch mit den Wählern, und ist dabei besonders bei Facebook aktiv.

Social Media

Damit ist er nicht allein. Auch andere Kandidaten setzen auf das Internet. Allen voran scheint dabei Kandidat Ingo von Seemen (Linke). Vor allem auf Instagram war der Politiker auch schon seiner Nominierung als Kandidat sehr aktiv. Über die Facebookseite von Sebastian Rutten (FDP) können sich die Wiesbadener sogar einen Newsletter abonnieren. Insgesamt sechs Politiker stellen fast täglich Posts zu ihrem Wahlprogramm und Bilder von ihren Aktivitäten online. „Gerade für Parteien, die weniger Geld einsetzen können, ist der Online-Wahlkampf eine gute Form“, erklärt Christiane Hinninger (Grüne). Sie schätze vor allem die große und direkte Reichweite der Social Media-Kanäle. Nur einer hält sich im Internet stark zurück. Eckhard Müller von der AfD sieht in der Betreuung von Social-Media-Seiten einen zu großen Zeitaufwand. Er betont, dass ihn die Wiesbadener auch persönlich treffen und sich ein Bild von ihm machen können.

Infostände

An Gesprächs- und Infoständen haben auch die anderen Kandidaten in den vergangen Wochen viele Wähler kennengelernt. Das schätze vor allem CDU-Kandidat Eberhard Seidensticker. „Am liebsten sind mir die persönlichen Gespräche vor Ort. Dort erfahre ich hautnah, was die Menschen bewegt“, fasst er seine Erfahrungen zusammen.

Podiumsdiskussionen

Bei der Podiumsdiskussion des Seniorenbeirats zum Auftakt des Wahlkampfes sollte es für die Kandidaten nicht bleiben. Auch folgten die meisten von ihnen zahlreichen Einladungen zu moderierten Gesprächsrunden. Gert-Uwe Mende (SPD) war immer dabei. Er sagt „Gut finde ich es, wenn einzelne Themen vertieft werden und durch die Nachfragen der Moderation und des Publikums mehr Spannung entsteht.“ Besonders im Gedächtnis geblieben seien ihm dabei die Veranstaltung „Wahlopoly“ beim DGB, deren Aufbau an den Brettspielklassiker erinnerte und die Diskussion beim Forum der Handwerkskammer.

Endspurt bis zur Wahl

Egal ob an Infoständen, in Gesprächen oder online, die Wiesbadener haben noch bis Sonntag Zeit, ihre Kandidaten kennenzulernen und sich für ihren Favoriten zu entscheiden. Am 26. Mai heißt es dann „Kreuzchen machen“ im Wahllokal. Wenn es nicht zu einer Stichwahl im Juni kommt, könnte schon in der kommenden Woche feststehen, wer Wiesbadens neuer Oberbürgermeister wird.

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