Nach AfD-Wahl: Bündnis bricht mit Wiesbadener Ausländerbeirat

Die Wahl von AfD-Vertretern in den Vorstand des Wiesbadener Ausländerbeirats hat Folgen: Das Bündnis gegen Rechts und die Omas gegen Rechts beenden die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung.

Nach AfD-Wahl: Bündnis bricht mit Wiesbadener Ausländerbeirat

Das Bündnis gegen Rechts Wiesbaden beendet mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat der Stadt. Das teilte das Bündnis in einem Statement mit. Zuvor hatten bereits die Omas gegen Rechts Wiesbaden diesen Schritt vollzogen.

Grund für die Entscheidung sei die Wahl von AfD-Vertretern in den Vorstand des Gremiums. Die Mitwirkung stehe „im Widerspruch zu den Grundsätzen einer offenen und demokratischen Gesellschaft“, heißt es in einer Stellungnahme des Bündnisses. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem jetzigen Vorstand sei deshalb nicht mehr möglich. Dem Bündnis gehören über 25 Organisationen an, darunter Parteien wie die Grünen und die Linke, der Schlachthof oder Fridays for Future.

Wie der Wiesbadener Kurier berichtet, hatte die Wahl des neuen Vorsitzenden Julis Gomes für Aufsehen gesorgt, weil er sich mit Stimmen der AfD hatte wählen lassen. Zudem wurde mit Gloria Heller eine AfD‑Vertreterin in den Vorstand gewählt. Das AfD-Beiratsmitglied Darrel Corian sorgte ebenfalls für Kritik, nachdem er in Portugal an einem Treffen von Rechtsextremen teilgenommen und sich für „Remigration“ ausgesprochen hatte. Der Ausländerbeirat verurteilte Corians Verhalten daraufhin in einer Resolution.

Auch Omas gegen Rechts schockiert

Bereits im Juni hatten die Omas gegen Rechts die Kooperation aufgekündigt. Sie zeigten sich „fassungslos“, dass eine Vertreterin der AfD in den Vorstand gewählt wurde. Die AfD sei eine „antidemokratische Partei“, die offen die Ungleichbehandlung von Menschen nach rassistischen Kriterien vertrete und gegen Geflüchtete hetze.

Sowohl das Bündnis gegen Rechts als auch die Omas gegen Rechts bedauern den Schritt. Beide hoffen, dass künftig wieder Voraussetzungen geschaffen werden, die eine gemeinsame Arbeit ermöglichen. Die Omas gegen Rechts hoffen auf eine Zusammenarbeit „nach einem personellen Wechsel im Ausländerbeirat“.