SVWW weist Kritik von HSV-Fans zurück: „Das stimmt so nicht“

Verängstigte Kinder, Schikane und Provokationen durch Ordner: Eine Gruppe HSV-Fans übt deutliche Kritik an den Umständen um das Spiel Wehen Wiesbaden gegen den Hamburger Sportverein. SVWW-Geschäftsführer Thomas Pröckl kann das nicht nachvollziehen.

SVWW weist Kritik von HSV-Fans zurück: „Das stimmt so nicht“

Sportlich war das Spiel des SV Wehen Wiesbaden gegen den Hamburger Sportverein am 3. November ein Erfolg. In der Nachspielzeit gelang den Hessen durch das Tor von Knöll zum 1:1 der späte Ausgleich, sodass man dem Tabellenführer aus dem Norden einen Punkt abgewinnen konnte. Die mitgereisten HSV-Anhänger übten nach dem Spiel jedoch Kritik am SVWW. Diese bezieht sich aber nicht auf das Sportliche, sondern die allgemeine Situation für Gästefans.

Die Mitgliederorganisation HSV Supporters Club veröffentlichte am 20. November ein Statement, in dem von „Provokationen“ die Rede ist. Die Fans seien „zu Recht stinksauer“ auf die Einlasssituation für Gästefans an der Brita-Arena gewesen. Doch was war passiert?

Provokation seitens der SVWW-Ordner?

„Wirkt eher nach Provokation“ - HSV-Supporters

„Wenn man nur eines von zwei möglichen Eingangstoren öffnet und dort nur je einen Ordner zur Leibesvisitation abstellt, während eine nahezu doppelte Anzahl an Ordnern auf der Treppe steht und zuguckt, wirkt das ganze eher nach Provokation und nicht nach notwendigen Kontrollen“, so die Organisation. SVWW-Geschäftsführer Thomas Pröckl kann die Schilderungen so nicht bestätigen.

Auf Nachfrage von Merkurist erklärt er, dass am 3. November sechs Schleusen für den Einlass der Gästefans zur Verfügung standen. „Das ist die maximale Anzahl.“ Weiter erklärt er, dass sich im Bereich des Gästeeingangs auch ein Tor für die Zufahrt der Feuerwehr befände. „Dieses haben viele als potenziell weiteren Zugang wahrgenommen. Es ist aber nicht als solcher vorgesehen und benutzbar“, so Pröckl.

„Es wurde einiges an verbotenen Gegenständen gefunden.“ - SVWW-Geschäftsführer Thomas Pröckl

Auch die Aussage der HSV-Fans, es sei an den Einlässen nur je ein Ordner für Leibesvisitationen abgestellt gewesen und der Rest habe zugeschaut, ist laut Pröckl falsch. Vielmehr seien sechs männliche Bodychecker und drei weibliche vor Ort gewesen. „Fakt ist, dass bei den vorgenommenen Leibesvisitationen aber einiges an verbotenen Gegenständen gefunden wurde“, erklärt der SVWW-Geschäftsführer. „Dieser Umstand führte zwangsläufig dazu, dass der Zeitraum, den eine Durchsuchung in Anspruch nimmt, sich deutlich vergrößerte.“

Kinder hatten Angst

So ist es auch nicht verwunderlich, dass es einige HSV-Fans erst nach Anpfiff in den Block schafften. Bereits bei der Begegnung der beiden Mannschaften im DFB-Pokal fielen die HSV-Fans immer wieder durch das Abbrennen von Pyrotechnik auf, das Spiel stand sogar auf der Kippe und drohte, abgebrochen zu werden (wir berichteten).

„Der Ordner selbst hat dann keinen Spielraum mehr.“ - Thomas Pröckl

In dem Gedränge um den Einlass, das sich aufgrund der zeitintensiven Kontrollen daraufhin bildete, hätten Kinder Angst bekommen, wie die HSV-Supporters erklären. Auch der Umstand, dass kleine Papierfähnchen, die viele Kinder mitgebracht hatten, nicht mit ins Stadion genommen, sondern weggeworfen werden mussten, ängstigte die kleinen Fans. Aber auch dafür hat Pröckl eine Erklärung. Vor dem Spiel wurde ein Materialverbot gegen die Hamburger verhängt, es durften keine Fahnen oder Banner in den Block mitgenommen werden. „Hier wäre es hilfreich gewesen, im Vorfeld über diese Fähnchen informiert zu werden — das Materialverbot war ja bekannt“, so Pröckl. „Der Ordner selbst hat dann auch keinen Spielraum mehr.“

Einlasssituation könnte verbessert werden

Viel Spielraum bleibt auch dem Verein nicht, um die Einlasssituation vor Topspielen künftig entspannter zu gestalten. Der Gedanke, mehr Zugänge anzubieten, sei zwar bereits ein Thema gewesen. „Dies wäre aber mit größeren Umbaumaßnahmen verbunden, die sich nicht kurzfristig realisieren lassen“, erklärt Pröckl. Man denke aber daran, den Gästebereich früher zu öffnen und so den Zeitraum vor Anpfiff, in dem die Gästefans ins Stadion gelangen, zu vergrößern. (MS)

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