Ärger um Nilgänse in Parkanlagen

Immer mehr Nilgänse lassen sich in Wiesbaden nieder. In den Grünanlagen sorgen sie für reichlich Dreck. Die Population wieder einzudämmen, ist aber ein langer Weg.

Ärger um Nilgänse in Parkanlagen

Das warme Sommerwetter lockt die Wiesbadener wieder in die Grünanlagen. Doch Spaziergänge und auch so manches Picknick werden derzeit von Nilgänsen gestört, die sich seit einigen Jahren vermehrt im Rhein-Main-Gebiet niederlassen und fortpflanzen. Merkurist-Leser Christoph hat die Tiere in der vergangene Zeit immer wieder am „Warmen Damm“ gesehen. In einem Snip bezeichnet er sie sogar schon als „Plage“.

Verschmutzungsproblem bekannt

Auch das Umweltamt bemerkt zunehmend, dass die Vögel für Probleme in den Wiesbadener Parks sorgen. Vor allem an Uferbereichen von Weihern oder an Brunnen sorgen sie für starke Verschmutzungen durch Kot, nennt ein Sprecher ein Beispiel. Ärgerliche Spuren hinterlassen die Tiere derzeit nicht nur am Warmen Damm, sondern auch rund um die Brunnen in den Reisinger-Anlagen, erklärt der Sprecher. Gefährlich seien sie für die Besucher aber nicht.

„Es besteht ein Störungs- und Tötungsverbot.“ - Sprecher Umweltamt Wiesbaden

Deshalb gelte für die Tiere in Wiesbaden, so der Sprecher, „ein Störungs- und Tötungsverbot entsprechend der Definition nach Bundesnaturschutzgesetzes“. Während die Tiere, die ursprünglich aus Afrika nach Deutschland kamen, in anderen Städten — wie zum Beispiel in Darmstadt — in bestimmten Parkanlagen sogar gezielt gejagt werden, werden sie in Wiesbaden geschützt. Dennoch wolle das Land Hessen die Verbreitung langfristig einstellen.

Konzept wird erarbeitet

Diese Aufgabe übernimmt die Obere Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Darmstadt in Zusammenarbeit mit der Vogelschutzwarte. Das Konzept soll 2020 vorliegen. Um einen Plan zu entwerfen, der auch langfristig greift, müssen jedoch zunächst konkrete Zahlen darüber her, wie weit die Nilgänse in den einzelnen Städten bereits verbreitet sind. Daran arbeitet bereits die Vogelschutzwarte Frankfurt, zusammen mit einem bestellten Vogelschutzbeauftragten. Die Zahlen sollen laut Sprecher des Umweltamtes im Herbst vorliegen. „Die jährlichen Witterungsverhältnisse und andere Rahmenbedingungen, wie beispielsweise Fütterung, Raubtiere oder Störungen in der Brutzeit, haben natürlich Einfluss auf die Populationsentwicklung“, erklärt er.

Erste Maßnahmen

„Die Eindämmung der Nilganspopulation ist ein langer Weg.“ - Sprecher Umweltamt Wiesbaden

„Die Eindämmung der Nilganspopulation ist ein langer Weg“, fügt er hinzu. Einen ersten Anfang macht bereits jetzt ein Fütterungsverbot der Tiere in Wiesbaden. Dieses ist bereits in der Gefahrenabwehrverordnung festgehalten und wird durch Schilder auf den Wiesbadener Grünflächen kommuniziert. In den Grünanlagen und vor allem am Warmen Damm, wolle die Stadt außerdem ab dem kommenden Jahr die Uferbereiche an den Weihern und Teichen umgestalten, sodass sich die Nilgänse dort weniger wohlfühlen und sich so von sich aus nicht mehr dort niederlassen. „Erfahrungen aus anderen Städten helfen dabei“, heißt es aus dem Umweltamt, „alle Maßnahmen darüber hinaus werden vor der Umsetzung zunächst im Ausschuss für Umwelt, Energie und Sauberkeit beraten und dann der Öffentlichkeit vorgestellt.“ (ms)

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