Eigener E-Scooter: Welche Regeln Ihr beachten müsst

Seit Sommer sind elektrische Tretroller in Wiesbaden zugelassen. Nicht nur E-Scooter der Verleihsysteme Tier und Lime rollen seither über die Straßen. Wer will, kann sich auch einen eigenen Roller zulegen. Was es dann zu beachten gilt.

Eigener E-Scooter: Welche Regeln Ihr beachten müsst

Nur mal schnell von der Bushaltestelle zum Ziel fahren, in der Freizeit mit Freunden durch die Straßen gleiten, oder eine Sightseeingtour auf zwei Rädern machen: Mit den E-Scootern, die seit einigen Monaten auch in Deutschland zugelassen sind, haben sich so einige neue Möglichkeiten ergeben. Doch die daraufhin entstandenen Scooter-Verleihsysteme haben auch Nachteile: Das Ausleihen kostet Geld, nicht alle Stadtteile dürfen damit angefahren werden und man muss sie irgendwann wieder abgeben. Wer sich einen eigenen Roller kauft, umgeht das alles, muss sich aber auch an Regeln halten.

Ähnliche Regeln wie die der Verleiher

Wie bei den E-Rollern von Tier und Lime gilt auch beim eigenen Fahrzeug: Das Fahren ist nur auf Radwegen, Radfahrstreifen und in Fahrradstraßen erlaubt. Nur wenn es keine gibt, darf man auf die Fahrbahn ausweichen. Verboten sind die Roller auf dem Gehweg, in der Fußgängerzone und in Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung. Abstellen darf man sie am Straßenrand und auf dem Gehweg, wenn dadurch niemand gestört wird.

Der Fahrer darf außerdem nicht jünger als 14 Jahre alt sein und muss alleine fahren. Mit alkoholisierten Fahrern verhält es sich ganz wie bei den Autofahrern: Wer mit 0,5 bis 1,09 Promille fährt begeht eine Ordnungswidrigkeit und erhält einen Bußgeldbescheid. Meistens sind das 500 Euro, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg.

Nicht alle E-Roller haben eine Straßenzulassung

Auch beim Kauf des Rollers gilt es einiges zu beachten. Denn bisher sind nur eine Handvoll E-Roller für den Straßenverkehr zugelassen. In der Artikelbeschreibung muss das auch in Form einer Betriebserlaubnis ausgezeichnet sein. Der Roller muss funktionierende Bremsen und eine Beleuchtung haben. Die Anschaffungskosten für einen eigenen E-Roller reichen von rund 400 bis fast 2500 Euro. Die günstigeren Modelle sind meist nicht so leistungsstark, wie die meist auch schwereren, hochpreisigen Roller. Diese haben oft einen größeren Akku und können damit länger am Stück gefahren werden.

Roller muss versichert werden

Der eigene Roller muss außerdem in jedem Fall über eine Haftpflichtversicherung versichert werden. Sie greift beispielsweise, wenn andere bei einem Unfall durch den E-Roller verletzt werden. Bei manchen Versicherungen gibt es außerdem Teilkasko-Versicherungen, die die Fahrer zusätzlich abschließen können. Die Kosten dafür liegen je nach Anbieter und Alter des E-Scooter-Fahrers zwischen 50 und 100 Euro im Jahr. Die Versicherungsplakette muss dann sichtbar am Roller aufgeklebt werden.

Alle Roller dürfen mit in den Bus

Übrigens: E-Tretroller dürfen in Wiesbaden grundsätzlich kostenlos im Bus mitgenommen werden. Damit sollen die Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr eingebunden werden. ESWE Verkehr-Geschäftsführer Jörg Gerhard erklärte die Idee bei einer Testfahrt im Sommer so: „Die Roller können weitere Menschen ermuntern, auf den Nahverkehr umzusteigen. Von der Haltestelle kann es dann mit dem E-Tretroller zum Zielpunkt der Fahrt gehen.“

Wer einen E-Tretroller im ESWE-Bus mitnehmen will, sollte das Fahrzeug im besten Fall zusammenklappen. Dann gilt das Gerät als Gepäckstück und kann mit zum Sitzplatz genommen werden. Kann der Roller nicht zusammengeklappt werden, wie beispielsweise die der Verleiher, müssen sie im Stehbereich abgestellt und festgehalten werden. Dabei dürfen andere Fahrgäste — wie auch bei Fahrrädern — im Bus nicht gestört werden. (ts)

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