Kommt ein Trinkwassermangel auf uns zu?

Das Frühjahr war heiß und trocken. Wirkt sich das bereits auf die Trinkwasserversorgung in Wiesbaden aus? Wir haben nachgefragt.

Kommt ein Trinkwassermangel auf uns zu?

Wann hat es zuletzt mal so richtig ausgiebig geregnet? Man kann sich kaum daran erinnern. Das Frühjahr war einmal mehr zu heiß und zu trocken – und es scheint auch so weiterzugehen. „Wie es aktuell aussieht, erreichen wir ab Dienstag täglich 30 Grad und mehr“, prognostiziert Diplom-Meteorologe Dominik Jung (Q.met). Klar sei schon jetzt, dass es in der kommenden Woche weitestgehend trocken in Wiesbaden und Umgebung bleiben soll.

Die europaweite Trockenheit hat bereits Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung. In mehreren Gebieten Italiens gilt seit Montag der Dürrenotstand. Mancherorts ist Trinkwasser nur eingeschränkt zugänglich, Brunnen sind teilweise abgestellt.

Auch hierzulande gibt es in einigen Städten bereits Einschränkungen bei der Wassernutzung. In Potsdam darf kein Wasser zum Gießen mehr aus Seen, Flüssen und Gräben gepumpt werden. Königstein im Taunus hat die Trinkwasserknappheit bereits im Mai ausgerufen – dort war unverhältnismäßig viel Trinkwasser zum Gießen von Gärten und für Pools verwendet worden. Das Regierungspräsidium Darmstadt bat die Bewohner des Main-Taunus-Kreises, Wiesbaden, des Rheingau-Taunus-Kreises und des Hochtaunuskreises darum, bei Niedrigwasser kein Wasser aus Bächen und Flüssen zu entnehmen. Wie ist die Trinkwassersituation in Wiesbaden aktuell?

Grundwasser sinkt bei anhaltender Trockenheit

Das Wiesbadener Wasser stammt zu 40 Prozent aus dem Hessischen Ried und zu jeweils 30 Prozent aus den Taunusstollen und dem Schiersteiner Wasserwerk. Grundwasser ist die wichtigste Ressource für die Trinkwasserversorgung - und das sinkt bei anhaltender Trockenheit. „Der Wetterverlauf hat bislang vor allem dank immer wieder sporadisch eintretender kurzer Regenereignisse eine Spitzenlastsituation wie in 2018 noch nicht eintreten lassen“, sagt Sebastian Weber von den Wiesbadener Wasserversorgungsbetrieben. „Ob das im weiteren Verlauf des Sommers so bleibt, kann natürlich niemand vorhersagen.“ 2018 und 2019 waren die Grundwasserstände durch die Trockenheit in einigen Regionen Deutschlands deutlich gefallen. Es gab zum Teil Engpässe, die Eigenversorgung mit Trinkwasser kam teilweise zum Erliegen, weil Hausbrunnen trockenfielen.

Einen solchen Trinkwassermangel erwarte man in Hessen nicht. „Gerade durch die Grundwasserbewirtschaftung im Hessischen Ried ist die öffentliche Wasserversorgung ressourcenseitig auch im Falle weiter hoher Temperaturen und Trockenphasen gesichert“, versichert Weber. Man beobachte die Lage aber und reagiere bei Bedarf. Frühzeitige Appelle an die Bevölkerung, Wasser zu sparen, wie beispielsweise in Königstein und Potsdam könnten dann helfen, seien aktuell aber noch nicht notwendig.

So spart ihr Wasser

Auch ohne offizielle Aufforderung kann jeder Wasser sparen – sei es im Haushalt oder im Garten. Es muss nicht immer eine große Investition sein, auch kleine Veränderungen helfen. Hier findet ihr ein paar Tipps:

  • Regenwasser zum Gießen in Zisternen auffangen und morgens oder abends gießen anstatt in der prallen Mittagssonne. Übrigens: Wer seinen Rasen seltener mäht, bewahrt ihn eher vor dem Austrocknen und muss ihn nicht regelmäßig bewässern.

  • Wasserhahn nicht unnötig lang laufen lassen – zum Beispiel beim Zähneputzen oder beim Einseifen unter der Dusche.

  • Duschen statt Baden.

  • Waschmaschine und Geschirrspüler ausschließlich voll beladen laufen lassen.

  • Wassersparende Haushaltsgeräte, Duschkopfeinsätze, Küchenarmaturen und Toilettenspülungen anschaffen.

  • Tropfende Wasserhähne und nachlaufende Toilettenspülungen reparieren.

Ihr habt weitere Tipps zum Wassersparen? Dann schreibt sie in die Kommentare!

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