Warum die SVWW Ultras ihr Team nicht mehr aktiv unterstützen

Die Fan-Ultras der Gruppe „Supremus Dilectio“ sorgen bei den Heimspielen von Wehen Wiesbaden normalerweise für Stimmung. In dieser Saison sind sie aber nicht zu hören - aus Protest wollen sie auf ihre Unterstützung verzichten.

Warum die SVWW Ultras ihr Team nicht mehr aktiv unterstützen

Nach einer verspäteten und verkürzten Sommerpause rollt seit dem 18. September wieder der Ball in den deutschen Fußballstadien. Während nach dem coronabedingten Lockdown Ende letzter Saison gar keine Zuschauer in die Stadien durften, können jetzt zumindest Teile der Plätze besetzt werden. In der Brita-Arena durften zum Heimauftakt des SV Wehen Wiesbaden 650 Gäste ins Stadion, zum nächsten Heimspiel gegen Kaiserslautern werden sogar 1394 Tickets verkauft.

So können die Profis zumindest auf ein wenig Unterstützung der Zuschauer bauen. Keine Unterstützung werden sie allerdings von den treuesten Anhängern der Nordtribüne bekommen, denn die dort beheimaten Ultras haben ihre Unterstützung in dieser Saison abgesagt. In einem Statement hatte die Gruppe „Supremus Dilectio“ diese Entscheidung erklärt. Die coronabedingten Einschränkungen würden das volle Ausleben der Fankultur unmöglich machen, so die Gruppe. „Da die Fankultur, bzw. das Ausleben eben dieser für uns einen zentralen Stellenwert in unseren Leben einnimmt, haben wir uns als Gruppe dazu entschlossen vorerst dem Stadion fernzubleiben und auf einen organisierten Support – akustisch wie optisch – zu verzichten“, so die Gruppe.

Die Wehener Fans sind mit dieser Entscheidung nicht alleine. Auch in der ersten Bundesliga, etwa in Dortmund oder Mönchengladbach, hatten Ultra-Gruppen auf aktiven Support während der Spiele verzichtet. Unter dem Motto „Alle oder keiner“ kritisieren die Fangruppen den Teilausschluss von Zuschauern bedingt durch die Corona-Maßnahmen.

Neben den Einschränkungen der Fankultur weisen die Ultras aber auch auf die sozialen Folgen der Beschränkungen hin: „Die Pandemie hat mehr als deutlich gemacht, dass soziale Verantwortung übernommen und Solidarität gelebt werden muss – sowohl im Fußball als auch gesamtgesellschaftlich“, so die Gruppe. Durch die Pandemie seien die Schwächen des Profifußballs mehr als deutlich geworden. Fußballvereine hätten eine soziale Verantwortung in der Gesellschaft. Diese würde zwar von den Vereinsfunktionären immer wieder hochgehalten, seien aber laut der Ultras nur leere Worthülsen. Aus ihrer Sicht müsse der Profifußball reformiert werden, „um in allen Bereichen nachhaltiger zu werden und seiner sozialen Verantwortung gerecht zu werden.“

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