Was tun gegen Schlüsseldienst-Abzocke?

Wenn man sich ausgesperrt hat, bleibt oft keine andere Wahl, als den Schlüsseldienst zu rufen. Oftmals stellen diese aber hinterher eine saftige Rechnung. Wie kann man sich vor übertriebenen Kosten schützen?

Was tun gegen Schlüsseldienst-Abzocke?

Einmal in Gedanken, nicht aufgepasst und es passiert: Die Haustür fällt ins Schloss, der Schlüssel liegt in der Wohnung. Wer nicht bei Nachbarn oder Freunden einen Ersatzschlüssel deponiert hat, dem bleibt oftmals keine andere Wahl, als den Schlüsseldienst zu rufen. Immer wieder liest man jedoch von dreisten Abzocken: Einige Firmen nutzen die Notlage ihrer Kunden schamlos aus und verlangen horrende Preise. Und das auch oftmals für Arbeitsschritte, die zum Türöffnen gar nicht notwendig sind.

Was tun?

Die hessische Verbraucherzentrale rät Ausgesperrten, trotz der Notsituation einen kühlen Kopf zu bewahren. Wichtig: Bevor man eine Firma anruft, sollte man die Preise der jeweiligen Anbieter vergleichen, um sich vorab schonmal ein grobes Bild über die anfallenden Kosten machen zu können. Außerdem sollte man darauf achten, woher der Schlüsseldienst kommt: „Erfragen Sie gleich beim ersten Anruf, von wo der Monteur kommen wird. Haben Sie einen Notdienst unter Ihrer örtlichen Vorwahl erreicht, so brauchen Sie auch nur die Kosten für An- und Abfahrt innerhalb der Ortsgrenzen zu bezahlen“, so die Verbraucherzentrale.

Böse Überraschungen lassen sich auch vermeiden, wenn man gleich am Telefon einen Festpreis vereinbart. Um diesen zu veranschlagen sollte es genügen, wenn man dem Monteur schildert, ob die Tür lediglich zugefallen, oder verschlossen ist oder ob man ein Sicherheitsschloss hat.

Kostenfalle Zuschläge

Die Verbraucherzentrale sagt auch, dass Zuschläge nur zu wirklich arbeitsuntypischen Zeiten verlangt werden dürfen. „‘Sofortzuschläge’, ‘Bereitstellungszuschläge’ und ‘Spezialwerkzeugkosten’ sind laut Urteil des Amtsgerichts Frankfurt am Main nicht erlaubt“, so die hessische Verbraucherzentrale.

„Streichen Sie Passagen, die Sie nicht wünschen oder vereinbart haben.“ - Verbraucherschutzzentrale

Sollte es dann doch den ein oder anderen Posten auf der Rechnung geben, der nicht abgesprochen wurde, muss die Rechnung übrigens nicht unterschrieben werden. „Streichen Sie Passagen, die Sie nicht wünschen oder vereinbart haben“, so die Verbraucherschutzzentrale. „Niemand kann Sie zwingen, nicht vereinbarte Regelungen zu akzeptieren.“

Gut möglich, dass der Handwerker dies nicht gerne sehen wird. Sollte er seine Kunden jedoch unter Druck setzen, etwa drohen, die Tür wieder zu verschließen, rät die Verbraucherzentrale, die Polizei einzuschalten. „Nötigung ist strafbar“, betonen die Verbraucherschützer. Und dann habe man auch das Recht, jemanden aus seiner Wohnung oder von seinem Grundstück zu verweisen.

Was kostet ein seriöser Schlüsseldienst?

Um die Einwohner für überhöhte Arbeiten zu sensibilisieren, hat die Verbraucherschutzzentrale eine Übersicht mit den durchschnittlichen Kosten eines Schlüsseldienstes in jedem Bundesland erstellt. In Hessen werden für eine einfache Türöffnung im Schnitt 71,60 Euro verlangt. Kommt der Schlüsseldienst nachts oder am Sonn- oder Feiertag, müssen Betroffene rund 130,26 Euro zahlen. (nl)

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