Filmteam von „Der Staatsanwalt“ gibt Einblicke hinter die Kulissen

Wenn Schauspieler Rainer Hunold als Bernd Reuther in der Krimiserie „Der Staatsanwalt“ ermittelt, wird Wiesbaden zur Filmkulisse. Im Presseclub erzählte das Team am Dienstag von den Dreharbeiten, Pannen und wie realistisch die Serie ist.

Filmteam von „Der Staatsanwalt“ gibt Einblicke hinter die Kulissen

„Wenn ich Sie in unserer Stadt sehe, dann haben Sie immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Gibt es denn auch etwas, was Sie bei Dreharbeiten mal so richtig böse werden lässt?“, wollte Oberbürgermeister Sven Gerich eigentlich wissen, als er Schauspieler Rainer Hunold beim Presseclub Wiesbaden (PCW) traf. Als Antwort bekam das Stadtoberhaupt vom Staatsanwalt-Mimen aber eine Berufsberatung: „Kompliment, Herr Gerich. Sie haben eine tolle Stimme. Sie sollten Schauspieler werden!“

Filmkulisse Wiesbaden

„Wir sehen unsere Stadt doch gerne im Fernsehen.“ - OB Sven Gerich

Treffen habe es zwischen den beiden in den vergangenen Wochen mehrere gegeben. Vor allem auf der Rathaustreppe, weil das Filmteam der Krimiserie wieder zwei neue Folgen gedreht und das Rathaus wieder in die „Staatskanzlei“ verwandelt hat. Gerich freue sich immer über Dreharbeiten. „Wir sehen unsere Stadt doch gerne im Fernsehen“, sagte er und verriet, dass er die Krimis regelmäßig zu Hause auf der Couch verfolgt. Dabei schätze er auch, dass vieles in der Sendung realistisch darstellt werde.

Das bestätigte im Presseclub auch Olaf König. Er ist nicht auf der Leinwand, sondern im realen Leben Oberstaatsanwalt in Frankfurt und berät die Produktionsfirma häufig bei der Gestaltung der Drehbücher. „Es ist auch in der Realität so, dass Staatsanwälte an Tatorte gehen – nur leider werden sie bei uns nicht so gut abgesperrt“, nannte er Unterschiede zur Film-Version.

In Wiesbaden willkommen

Dass Drehorte in Wiesbaden immer gut geschützt werden, erklärte Regisseur Martin Kinkel vor allem dadurch, dass Passanten aus rechtlichen Gründen nicht zufällig gefilmt werden dürfen. „Aber es ist sehr auffällig, dass in Wiesbaden die Leute sehr locker damit umgehen und Verständnis zeigen“, so Kinkel, der selbst aus Wiesbaden stammt.

„Manchmal werden uns sogar Privatwohnungen als Kulissen angeboten.“ - Andrea Jedele, Odeon-TV

„Manchmal werden uns sogar Privatwohnungen oder ausgefallene Orte in der Stadt als Kulissen angeboten“, sagt Andrea Jedele von der Produktionsfirma Odeon-TV. Auch auf Anfragen durch die Szenenbildner reagieren die Wiesbadener meiste sehr offen. „Dadurch können wir tatsächlich fast alle Stadt-Szenen hier drehen“, freute sie sich – nannte jedoch eine Ausnahme: Szenen aus der Pathologie werden in der Mainzer Uni-Klinik aufgenommen.

Richtig schiefgegangen sei in Wiesbaden bisher wenig. „Aber einmal hatten wir mit einer gebrochenen Schiffsschraube von einem Polizeiboot zu kämpfen, als wir eine Fahrt vom Rheinufer zur Rettbergsaue drehten“, erinnerte sich Kinkel. Auch an einer Treppenstufe des Biebricher Schlosses habe das Team nach einem langen Drehtag einmal Spuren hinterlassen. Wirklich übel habe man es dem Team aber nicht genommen.

Junges Publikum

„Wir erreichen damit im Vergleich zu anderen ZDF-Produktionen auch ein sehr junges Publikum.“ - Günther van Endert, ZDF

Ob die Serie in Wiesbaden besonders beliebt ist, weiß ZDF-Redaktionsleiter Günther van Endert nicht. „Aber wir wissen, dass die Einschaltquoten in Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg besonders hoch sind“. Generell sei die Serie ein Erfolgshit für den Sender. „Wir erreichen damit im Vergleich zu anderen ZDF-Produktionen auch ein sehr junges Publikum“, sagte er.

Die Zuschauer können sich im Januar auf zwei neue Folgen freuen, die in den vergangenen Wochen in Wiesbaden gedreht wurden. Jedele verrät sogar, dass im kommenden Jahr auch eine 90-minütige Folge ausgestrahlt werden soll. Insgesamt drehe das Team jedes Jahr acht Folgen an je 12 bis 13 Tagen.

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