30-Jähriger aus Wiesbaden braucht Stammzellenspende

Ein Krebspatient aus Wiesbaden braucht eine Stammzellenspende. Um den passenden Spender zu finden, veranstaltet die DKMS am Samstag eine große Registrierungsaktion.

30-Jähriger aus Wiesbaden braucht Stammzellenspende

Stephan ist 30 Jahre alt und kommt aus Wiesbaden. Anfang des Jahres bekam er die bedrohliche Diagnose Blutkrebs. Als einzige Heilungschance bei dieser Krankheit gilt eine schnelle Stammzellenspende. Doch den passenden Spender zu finden, ist gar nicht so einfach.

Die Deutsche Knochenmarkspenderkartei (DKMS) versucht deshalb an diesem Wochenende in Wiesbaden einen zu finden, der Stephan — oder anderen Patienten weltweit — das Leben retten könnte. Dafür gibt es eine Registrierungsaktion am Samstag, 22. Juni, von 10 bis 15 Uhr in der Gutenbergschule in der Mosbacher Straße 1 im Dichterviertel.

Registrierungsaktion in Wiesbaden

Dort können sich Wiesbadener in die weltweite DKMS-Kartei aufnehmen lassen. Dafür wird ihnen vor Ort eine Probe aus der Mundschleimhaut mit einem Wattestäbchen entnommen. Die DKMS erklärt, dass die Entnahme vollkommen schmerz- und risikofrei ist, und pro Person nur etwa 5 bis 10 Minuten dauert. Mitmachen kann dabei jeder, der zwischen 17 und 55 Jahre alt ist. Die Kosten von rund 35 Euro pro Registrierung übernimmt die gemeinnützige GmbH, der von Spenden lebt, selbst.

„Oft ist die regionale Abstammung der entscheidende Punkt, um einen geeigneten Stammzellspender für einen Blutkrebspatienten zu finden.“ - DKMS

Die Wahrscheinlichkeit, einen „genetischen Zwilling“ des Patienten zu finden, ist dabei laut DKMS in der Heimatstadt besonders hoch. „Oft ist die regionale Abstammung der entscheidende Punkt, um einen geeigneten Stammzellspender für einen Blutkrebspatienten zu finden. Ein Mensch mit der gleichen regionalen Herkunft wie die des Patienten ist oft besser als Spender geeignet, als ein Mensch mit einer anderen regionalen Abstammung“, erklärt die Institution.

Die Probe wird in einem Labor untersucht und mit den Gewebemerkmalen von Stephan und anderen Krebspatienten abgeglichen. Passt die Probe zu einem Patienten, wird der Spender von der DKMS benachrichtigt. Erst dann kommt es zur eigentlichen Spende. In 80 Prozent der Fälle geschieht das über eine spezielle Art der Blutspende, so dass keine Operation notwendig ist. Aber auch über entnommenes Knochenmark können die Stammzellen gespendet werden. Für diesen Eingriff ist zwar eine Narkose notwendig, doch das Mark des Spenders regeneriert sich innerhalb von zwei bis vier Wochen wieder von selbst.

Hintergrund

Gegründet wurde die gemeinnützige GmbH 1991. Bis August 2018 haben sich rund 5,7 Millionen Spender in Deutschland registrieren lassen. Bis März 2019 konnten weltweit rund 74.000 Stammzellenspenden durch die DKMS vermittelt werden, davon rund 62.000 in Deutschland. (nl)

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