Woher der Sternschnuppenmarkt seinen Namen hat

Wenn man sich auf einen Glühwein verabredet, geht es auf den Weihnachtsmarkt. In Wiesbaden trägt dieser den Namen Sternschnupenmarkt. Warum eigentlich?

Woher der Sternschnuppenmarkt seinen Namen hat

Jedes Jahr Ende November bietet sich das gleiche Schauspiel in Wiesbaden: Ein Riesenrad steht auf dem Mauritiusplatz, Duft von Bratwurst, Zimt und Glühwein liegt in der Luft, Menschen hetzen auf der Jagd nach einem Geschenk durch die Fußgängerzone und das Internet diskutiert über den Namen „Sternschnuppenmarkt“.

Dass der Wiesbadener Sternschnuppenmarkt bereits 2002 zu seinem Namen kam, scheint noch immer nicht überall angekommen zu sein. Da ist in den sozialen Netzwerken von „Islamisierung“, dem Sterben deutscher Traditionen und der Anpassung an „Neubürger“ die Rede. All das soll angeblich zur „Umbenennung“ des Weihnachtsmarktes geführt haben. In vielen Kommentaren liest man auch Sätze wie „Ich gehe da nicht hin. Da gehe ich lieber nach Mainz, wo es noch WEIHNACHTSmarkt heißt.“

Zusammenspiel von Licht, Ständen und neuem Namen

Den Namen Weihnachtsmarkt hat der Sternschnuppenmarkt bereits 2002 abgelegt, als ein neues Konzept für den Markt auf den Weg gebracht wurde. Zuvor seien die Stände ohne einheitliches Konzept relativ wahllos in der Innenstadt verteilt gewesen, weiß Martin Michel von der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH. „Das waren allerhand verschiedene Stände, von denen jeder zweite Essen oder Getränke angeboten hat“, erinnert er sich.

„Gastronomie macht nur noch 20 Prozent der Stände aus.“ - Martin Michel

Heute sieht das anders aus. „Wir haben heute auf dem Sternschnuppenmarkt etwa 80 Prozent Kunsthandwerk. Gastronomie macht nur noch rund 20 Prozent der Stände aus“, erklärt Michel. Auch der Ort hat sich verändert. Statt in der Fußgängerzone verteilt reihen sich die Stände rund um Marktkirche und Rathaus. „Hinzu kommt das einheitliche Konzept der Stände, die in blau und silber gehalten sind.“ Auch die vielen Lichter, die allerorts leuchten, der Sternenhimmel und die großen und kleinen Lilien, die zum Sternschnuppenmarkt in der Stadt verteilt sind, gehören zum neuen Konzept.

Ein neuer Name musste her

Um den neuen Markt auch namentlich von seinem Vorgänger abzugrenzen, entschloss man sich 2002 dazu, ihm auch gleich einen neuen Namen zu geben. „Angelehnt an die vielen Lichter und den Sternenhimmel fiel die Wahl dann auf den Namen Sternschnuppenmarkt“, so Michel. Ein Konzept, das offenbar ankommt, wurde der Sternschnuppenmarkt doch von den Befragten der Hochschule Südwestfalen in einer Umfrage zu einem der weihnachtlichsten Märkte in ganz Deutschland gewählt. Und das auch ohne „Weihnachten“ im Namen. (ms)

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