Wird der „Warme Damm“ in Wiesbaden zur Problem-Zone?

In unmittelbarer Nähe zum Staatstheater gelegen, ist der Warme Damm ein beliebtes Naherholungsgebiet in Wiesbaden. Doch bleibt das auch so? Ein Leser befürchtet, dass die Parkanlage zunehmend vermüllt. Wie die Stadt die Situation vor Ort bewertet.

Wird der „Warme Damm“ in Wiesbaden zur Problem-Zone?

Der Warme Damm gehört sicherlich zu den schönsten Parkanlagen in Wiesbaden. Tausende verbringen hier ihre Freizeit beim Enten füttern, Skulpturen gucken oder beim Verweilen zwischen teils seltenen Bäumen und Pflanzen. Doch immer wieder ist der Park auch Schauplatz von Überfällen, Schlägereien und exhibitionistischen Handlungen. Leser Ben sieht mittlerweile noch ein weiteres Problem vor Ort. Er findet, dass der Warme Damm immer mehr vermüllt. Zudem bringt er ein dauerhaftes Alkoholverbot für die Anlage ins Spiel, um Exzesse jeglicher Art zu unterbinden. Doch steht es nun tatsächlich so ernst um den Park?

Videoüberwachungswagen der Polizei vor Ort

Das Grünflächenamt der Stadt Wiesbaden, das für den Warmen Damm zuständig ist, sieht zumindest für die jüngste Vergangenheit eine neue Entwicklung, die sich vor Ort abzeichnet. „Seit einigen Wochen hat sich der Platz rund um das Schillerdenkmal und damit auch ein Teilbereich des Warmen Damms zu einem Treffpunkt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen entwickelt.“ Die Landes- sowie die Stadtpolizei seien nun jedes Wochenende vor Ort, um zu kontrollieren. Darüber hinaus gebe es Gespräche mit dem hessischen Staatstheater und weiteren Institutionen, „damit die Problematiken, die aus der Ansammlung von Jugendlichen resultieren, eingedämmt werden können“, so ein Pressesprecher der Stadt Wiesbaden.

Erst kürzlich habe die Landespolizei Videoüberwachungswagen aufgestellt und die Stadtpolizei sogenannte Power-Moons installiert, die für eine deutlich bessere Ausleuchtung des Bereichs gesorgt haben. Darüber hinaus sollen in Zukunft mehr Abfallbehälter aufgestellt werden und mit den unterschiedlichen Jugendvertretungen wie dem Jugendparlament, dem Stadtjugendring und Fridays for Future sind Gespräche vorgesehen, so der Sprecher. „In Zusammenarbeit mit den Jugendvertretungen wollen wir die Sensibilität der Jugendlichen für ihr Umfeld erhöhen und an das Verantwortungsbewusstsein appellieren, das von ihnen genutzte Umfeld auch sauber zu hinterlassen.“

Kommt ein Alkoholverbot?

Doch wie kam es jetzt zu dieser Entwicklung? „Leider haben diese Ansammlungen im öffentlichen Bereich durch die Corona-Pandemie deutlich zugenommen und werden nach unserer Einschätzung auch erst wieder abnehmen, wenn Bars, Clubs und Discotheken wieder uneingeschränkt öffnen dürfen“, so der Stadtsprecher. Dies werde dadurch untermauert, dass die Jugendlichen in Gesprächen mit Mitarbeitern der Stadt immer wieder anführen, dass sie für sich keine Möglichkeit sehen, woanders hinzugehen, da im Moment „alles zu habe“. Zu dem von Leser Ben ins Spiel gebrachte Alkoholverbot vor Ort erklärt der Sprecher abschließend: „Die Einführung einer Alkoholverbotszone für diesen Bereich ist derzeit nicht vorgesehen.“

Logo