Versinkt Wiesbaden im Verkehrschaos?

Stop- und go-Verkehr ist aktuell auf den Straßen in und um Wiesbaden nicht selten. Durch die Sperrung der Salzbachtalbrücke ist die Situation äußerst angespannt. Wie die Stadt Wiesbaden die Lage bewertet und was Hoffnung auf Besserung machen soll.

Versinkt Wiesbaden im Verkehrschaos?

Die Sperrung der Salzbachtalbrücke hat den Verkehrsfluss rund um Wiesbaden in den vergangenen Monaten zweifelsohne stark belastet. Pendler brauchen mitunter starke Nerven, um sich durch den Berufsverkehr zu kämpfen. Doch auch Straßensperrungen und Bauarbeiten in der Stadt selbst trugen durchaus dazu bei, die angespannte Lage noch zu verschärfen. Leser Jones spricht von einem wahren „Verkehrschaos“, das in der Stadt herrscht.

Ob man hier direkt von Chaos sprechen kann, darüber sind die Leser teils unterschiedlicher Meinung. Der Wiesbadener Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) jedenfalls ist sich der immer noch angespannten Verkehrssituation bewusst. „Seit der Havarie der Salzbachtalbrücke musste Wiesbaden ein immenses Aufkommen an zusätzlichen Verkehren verkraften. Dies wurde bestmöglich bewältigt, hat aber nichtsdestotrotz zu massiven Beeinträchtigungen sowohl für die Bürger als auch für die Wirtschaft der Landeshauptstadt geführt.“ Mit der Sprengung der Salzbachtalbrücke (6. November 2021) werde aber ein erster Schritt in Richtung verkehrliche Entlastung gegangen. Denn diese sei zwingend erforderlich.

Hätten Bauarbeiten in der Stadt zurückgestellt werden können?

Auch das Verkehrsdezernat der Stadt Wiesbaden bewertet das derzeitige Verkehrsgeschehen in und um die Stadt kritisch: „Die aktuelle Verkehrssituation in Wiesbaden ist zweifellos angespannt.“ Das innerstädtische Straßennetz sei nicht für die Verkehrsmengen ausgelegt, die es aktuell aufgrund der Sperrung der Salzbachtalbrücke abwickeln muss. Die Hauptausweichrouten seien zwar durch entsprechende Maßnahmen ertüchtigt worden, wie zum Beispiel die Anpassung der Ampelschaltungen oder die Neuordnung des Straßenraums, sodass der Verkehr dort besser fließen kann, so ein Dezernatsmitarbeiter. Dies ändere jedoch nichts an der Tatsache, dass die Mengen an Autos, die sonst über die A66 gefahren wären, das Straßennetz in der Stadt eindeutig überlasten.

Doch wäre es theoretisch möglich, mit Blick auf die aktuelle Situation anstehende Straßenbauarbeiten in der Stadt aufzuschieben? Wie das Dezernat dazu mitteilt, habe die Straßenverkehrsbehörde die Auswirkungen auf das gesamtstädtische Verkehrsgeschehen geprüft. Hierbei habe die aktuelle Sperrung der Salzbachtalbrücke eine zentrale Rolle gespielt. „Einige Baumaßnahmen wurden daher in der Tat zunächst zurückgestellt. Es ist jedoch nicht möglich, sämtliche Baumaßnahmen oder auch Leitungsarbeiten auszusetzen, bis eine neue Salzbachtalbrücke errichtet und für den Verkehr freigegeben ist.“

Denn sowohl die Stadt Wiesbaden als auch die verschiedensten Leitungspartner hätten die Infrastruktur, das heißt die Straßen und Gehwege sowie die darunterliegenden Ver- und Entsorgungsleitungen (Gas, Wasser, Abwasser, Strom, Telekommunikation), fortwährend zu sanieren und instand zu halten, so das Verkehrsdezernat. Doch die aktuelle Ausnahmesituation, in die die Stadt Wiesbaden unverschuldet geraten sei, habe dazu geführt, dass die Beschwerdelage zugenommen hat. „Eine leichte Entspannung der Lage ist zu erwarten, wenn nach der Sprengung die Gleise zum Hauptbahnhof wieder befahrbar sein werden und alle S- und Regionalbahnen wieder fahrplanmäßig verkehren können.“

Entspannung der Situation in Sicht

Außerdem werde nach der Sprengung die B263 wieder befahrbar sein, was ebenfalls für eine leichte Entspannung sorgen werde, da die Umfahrung über den Bypass hinfällig werde. „Eine weitgehende Entspannung der Situation ist allerdings erst dann zu erwarten, wenn der geplante Neubau der Salzbachtalbrücke errichtet und für den Verkehr freigegeben ist“, erklärt der Mitarbeiter im Verkehrsdezernat. Der Stadt Wiesbaden sei es daher ein zentrales Anliegen, dass Sprengung und Neubau seitens der Autobahn GmbH so schnell wie möglich vorangetrieben werden.

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