Nach tödlichem Unfall von Wiesbadener Mädchen: Emotionaler Post löst Debatte über SUVs aus

Auch zwei Tage nach dem Unfalltod eines Mädchens (3) ermittelt die Polizei, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Für einen Facebook-Nutzer steht indes fest, dass der Fahrzeugtyp, ein SUV, eine Rolle spielt. Damit löst er eine riesige Diskussion aus.

Nach tödlichem Unfall von Wiesbadener Mädchen: Emotionaler Post löst Debatte über SUVs aus

Es ist immer noch ein unfassbares Unglück: Am Dienstag ist ein dreijähriges Mädchen aus Wiesbaden in der Mainzer Innenstadt bei einem Unfall mit einem Auto ums Leben gekommen (wir berichteten). Als der Autofahrer (63) mit seinem SUV rechts in die Bahnhofstraße in Richtung Münsterplatz abbiegen wollte, kam es zum Zusammenstoß mit dem Kind. Obwohl sofort Rettungskräfte alarmiert wurden, verstarb das Mädchen noch vor Ort an seinen schweren Verletzungen.

Wenige Tage nach dem Unfall entzündet sich nun eine Debatte um das Unfallfahrzeug, ein SUV. So stellt ein Kommentator die Nutzung solcher Autos auf deutschen Straßen in einem Facebook-Post infrage.

„Zum Heulen“

Der User schreibt in der Gruppe „Lust auf Wiesbaden“: „Heute wurde das Leben eines 3-jährigen Mädchens aus Wiesbaden ausgelöscht (…). Getötet von einem rechtsabbiegenden SUV. Und nein, ich bin nicht mehr bereit, das als ‘tragischen Einzelfall’ abzutun.“ Dafür seien es inzwischen zu viele. Es sei mittlerweile nachgewiesen, dass für SUV-Fahrer die Sicht gerade auf die kleinsten Verkehrsteilnehmer durch die mächtige, hohe Motorhaube deutlich erschwert werde, so die Meinung des Beitrag-Erstellers. „Dazu kommt, dass ein Kind von einem SUV mit voller Wucht auf Kopf-/Halshöhe getroffen wird - was bei normalen Autos nicht der Fall ist.“

Wie der User angibt, gehe ihm das Unglück auch deshalb emotional nahe, weil er selbst Papa sei. Generell sei das Risiko, bei Unfällen mit einem solchen Fahrzeug getötet zu werden, statistisch höher und lasse sich auch nicht wegdiskutieren. Ein kleines Zugeständnis macht der User dann doch noch: „Ja, es gibt spezielle Fälle/Zwecke, für die SUV geeignet oder gar notwendig sind, z.B für Tätigkeiten auf dem Land, im Forst oder der Verteidigung.“ Aber als „Massenphänomen in unseren Innenstädten“ sei er nicht bereit, sich damit anzufreunden, kommentiert der User. Er schließt seinen Beitrag mit: „Mein Beileid der Familie. Es ist zum Heulen.“

Hoch emotionale Diskussion

Mit seinem Post löst der User eine kontroverse und emotionale Diskussion unter den anderen Kommentatoren aus. Fast 300 Likes und 330 Kommentare finden sich unter dem Beitrag, für den der Ersteller unter anderem viel Zustimmung bekommt. So postet ein Nutzer: „Tut mir Leid, ich habe absolut kein Verständnis für SUV! Sie sind und bleiben brandgefährlich, unfassbare Energiemonster und gerade hier im Rhein-Main-Gebiet einfach nur überflüssig.“ Ähnlich sieht es eine andere Nutzerin: „Ich gebe da absolut recht. Bei einem normalen Fahrzeug hätte das kleine Kind eine Überlebenschance gehabt oder der Unfall wäre gar nicht erst passiert. Niemand, der nicht Landwirt ist oder für den Rettungsdienst arbeitet, sollte so einen Panzer durch die Stadt fahren!“

Doch der Ersteller des Beitrags bekommt auch viel Gegenwind. So kommentiert beispielsweise ein User: „Nach allem, was man bisher weiß, war der Fahrfehler ausschlaggebend, nicht die Fahrzeugkategorie.“ Ein anderer meint: „Es ist beschämend, den Tod eines kleinen Kindes zu missbrauchen, um Stimmung gegen SUV zu machen.“ Und ein weiterer kommentiert: „Es war ein katastrophaler Fahrfehler. Ich finde es falsch, hier wieder auf eine Kategorie von KFZ einzugehen.“

Zu seinen weiteren Beweggründen für diesen Post und die damit ausgelösten Reaktionen wollte sich der Ersteller des Beitrags auf Anfrage am Donnerstag nicht mehr äußern.

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