Agressives Betteln in Wiesbaden wird zum Problem

Die meisten Bettler bitten sehr zurückhaltend um eine Spende. Doch seit Kurzem treten vermehrt Menschen auf, die äußerst aufdringlich Passanten ansprechen und diese fast schon nötigen, ihnen Geld zu geben. Was die Stadt Wiesbaden macht.

Agressives Betteln in Wiesbaden wird zum Problem

Viele sind in der Innenstadt oder auch mal am Bahnhof anzutreffen. Mittlerweile sind Bettler aber auch auf Supermarkt-Parkplätzen oder direkt vor Geschäften zu sehen. In den meisten Fällen sitzen sie dort stumm auf dem Boden und bitten mit einem kurzen Text auf einem Pappschild um eine Spende. Inzwischen - so der Eindruck bei vielen - werden einige jedoch immer aufdringlicher und laufen Passanten sogar hinterher, um an Geld zu kommen. Doch sind das nur Einzelfälle oder ist es aktuell tatsächlich so, dass das aggressive Betteln in Wiesbaden zunimmt?

Bettlern droht Einzug ihres Geldes

Generell ist es laut Gefahrenabwehrverordnung der Stadt Wiesbaden so, dass das aggressive Betteln durch nachdrückliches oder hartnäckiges Ansprechen von Personen, das Betteln durch das Vorschicken von Kindern sowie das organisierte Betteln verboten ist. Doch dagegen wird aktuell häufiger verstoßen. „In den vergangenen Wochen haben wir wieder eine deutliche Zunahme feststellen können, die im Rahmen der Bestreifung der Fußgängerzone geahndet werden“, erklärt ein Stadtsprecher. Im vergangenen Jahr war das noch anders. Denn wie der Sprecher sagt, habe sich im vergangenen Jahr die Problematik durch die Pandemie kaum gestellt. Da die „Kundschaft“ in der Fußgängerzone durch die Schließung der Geschäfte fehlte, seien auch kaum Bettler anzutreffen gewesen.

Doch mit welchen Strafen müssen hartnäckige Bettler in Wiesbaden überhaupt rechnen? „Bei aggressivem Betteln werden die Daten aufgenommen und Platzverweise erteilt“, so der Stadtsprecher Die Einleitung eines Bußgeldverfahrens gestalte sich in der Praxis allerdings schwierig bis unmöglich, da es sich meist um Personen aus Südosteuropa – insbesondere Rumänien – handele. Daher prüfe die Stadt derzeit, ob sie das erbettelte Geld in Zukunft als Sicherheitsleistung für ein nachfolgendes Bußgeld einzieht.

Bettler möglicherweise organisiert

Dass die aggressiven Bettler dabei organisiert vorgehen, hält die Stadt Wiesbaden nicht für ganz abwegig. „Da zumindest ein Teil der Bettler zentral mit Fahrzeugen in Wiesbaden abgesetzt und auch wieder abgeholt wird, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um organisiertes Betteln handelt“, so der Stadtsprecher. Häufig seien die Bettler dann in den Fußgängerzonen und an einigen Straßenkreuzungen im Stadtgebiet anzutreffen.

Doch wie reagiert man nun, wenn man durch aggressive Bettler bedrängt und belästigt wird? Tipps für den Umgang mit bettelnden Menschen gibt unter anderem die „Caritas“. Demnach darf man sehr wohl seine Ablehnung zeigen, indem man das Gespräch beendet oder „Nein” sagt. Habe man das Gefühl, dass einem die Situation zu entgleiten droht, könne man sich wie bei jeder anderen Form von grenzüberschreitendem Verhalten im öffentlichen Raum anderen Personen zuwenden und diese um Unterstützung bitten. Letztlich, so die Caritas, könne man bei aggressivem Betteln sogar Strafanzeige stellen.

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