Wie sich die Umweltspur auf dem 1. Ring schon jetzt auf den Verkehr auswirkt

Bis Ende 2020 soll die neue Umweltspur auf dem ersten Ring fertig gestellt werden. Das Verkehrsdezernat erhofft sich dadurch eine Entlastung der Innenstadt - besonders zugunsten des Bus- und Radverkehrs.

Wie sich die Umweltspur auf dem 1. Ring schon jetzt auf den Verkehr auswirkt

Mit mehr als 70.000 Autos täglich gilt der 1. Ring durch die Wiesbadener Innenstadt auch als eine Art Stadtautobahn. Die häufig verstopften Straßen führen zu verspäteten Bussen sowie schlechter Luft. Um dem entgegen zu steuern, baut die Stadt seit 2019 an einer Umweltspur, die den gesamten Ring von Sedanplatz bis Berliner Straße erfassen soll.

20.000 Fahrgäste pünktlich

„Zu den Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 20 Uhr fahren etwa 20.000 Fahrgäste am Ring, die jetzt alle pünktlich ankommen.“ - Jörg Gerhard, ESWE Verkehr

In beiden Fahrtrichtungen ist die jeweils rechte Spur nur für Busse und Radfahrer reserviert. Obwohl es auf der Spur noch einzelne Lücken gibt, könne man schon erste positive Ergebnisse sehen, meint Jörg Gerhard, Geschäftsführer von ESWE Verkehr: „Durch den Stau auf dem ersten Ring kam es im Berufsverkehr täglich zu mehrminütigen Verzögerungen im Fahrplan.“ Diese Verzögerungen würden sich dann auf den Verkehr in der ganzen Stadt auswirken, bis in die Randstadtteile, wo ganze Busse ausfallen mussten. Dies habe sich laut Gerhard nun deutlich gebessert: „Zu den Hauptverkehrszeiten zwischen 6 und 20 Uhr fahren etwa 20.000 Fahrgäste am Ring, die jetzt alle pünktlich ankommen.“

Um nicht nur den Bus- sondern auch den Autoverkehr am ersten Ring zu entlasten, sollen große Teile des Verkehrs über den zweiten statt über den ersten Ring verlaufen. Um das zu ermöglichen, richtet die Stadt aktuell ein neues System zur digitalen Verkehrssteuerung (DIGI-V) ein. Das 30 Millionen Euro teure System wird von Siemens entwickelt und gilt als weltweites Pilotprojekt. Über 200 neue Ampeln und Verkehrskameras sowie 50 Wettersensoren sammeln Daten über den Verkehr in der Stadt. Diese werden dann in einer neuen Leitzentrale gesammelt, von wo aus dann der Verkehr intelligent gesteuert werden soll.

„Durch die neue Technik kann viel schneller auf besondere Ereignisse reagiert werden und der Verkehr durch Hinweisschilder und Ampelschaltungen gesteuert werden“, so Petra Beckefeld, Leiterin des Wiesbadener Tiefbauamtes. „Früher hätten solche Umstellungen Jahre gedauert, das System von Siemens macht aber vieles einfacher“, so Beckefeld.

Lückenschließung bis Ende 2020

„Das ist für jeden Autofahrer zumutbar.“ - Andreas Kowol.

Wenn die letzten Lücken in der Umweltspur geschlossen sind, soll die Umleitung des Verkehrs auf den zweiten Ring erfolgen. „Neben den Wiesbadenern fahren auch viele Pendler aus dem Rheingau-Taunus-Kreis über den ersten Ring, nur um auf die Autobahnen ins Rhein-Main-Gebiet zu fahren. Genau solche Verkehre wollen wir aus der Innenstadt heraushalten“, meint Verkehrsdezernent Andreas Kowol. Laut dem Dezernenten wäre die Fahrt über den zweiten Ring zwar etwa zwei Kilometer länger, würde aber zeitlich im selben Rahmen liegen. „Das ist für jeden Autofahrer zumutbar.“

Noch in diesem Jahr sollen die Knotenpunkte an der Schiersteiner Straße sowie an der Oranien- und Moritzstraße modernisiert werden. Als nächstes Großprojekt steht der Bau einer Busschleuse in der Abraham-Lincoln-Straße an. Durch ein zusätzlichen Fahrstreifen für den Busverkehr sowie weitere Ampeln soll der ÖPNV in Richtung Nordosten entlastet werden. Das Projekt soll bis 2022 umgesetzt werden. (js)

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