Verlegung der Eiszeit auf Marktplatz sorgt für Unmut bei Beschickern

Geht es nach der Stadt Wiesbaden, soll die Eiszeit ab 2020 nicht mehr am Theater, sondern auf dem Marktplatz stattfinden. Das ärgert sowohl die Betreiber des Wochenmarkts, als auch die des Sternschnuppenmarkts.

Verlegung der Eiszeit auf Marktplatz sorgt für Unmut bei Beschickern

Bedingt durch das verregnete Dezemberwetter ist an diesem Mittwochvormittag nur wenig Betrieb auf dem Wiesbadener Wochenmarkt am Dern’schen Gelände. Doch unter den Pavillons der Obst- und Gemüsehändler wird intensiv diskutiert. Das Thema: Der Plan der Stadt, die Eiszeit ab dem Jahr 2020 auf das Dern’sche Gelände zu verlegen.

Einbußen befürchtet

„Wir machen uns große Sorgen um unseren Markt.“ - Ellen Schäfer, Marktbeschickerin

Denn der aktuelle Standort steht nach dem 31. Januar 2020 nicht mehr für die beliebte Eisbahn sowie die Gaststätte Lumenalm zur Verfügung. Das Staatstheater hatte den Vertrag gekündigt, als Grund wurde unter anderem der sehr schlechte Zustand der denkmalgeschützten Wiese am Warmen Damm genannt. Eine stadtweite Standortsuche ergab nun das Dern’sche Gelände als neue Heimat. Doch dort findet, auch zur Winterzeit, an jedem Mittwoch und Samstag der Wiesbadener Wochenmarkt statt. „Wir machen uns große Sorgen um unseren Markt“, erzählt Ellen Schäfer, die einen Gemüsestand auf dem Wochenmarkt betreibt. Zwar sei den Beschickern von Wiesbaden Marketing zugesichert worden, dass es nur zu geringen Einschränkungen durch die Eiszeit kommen werde, dennoch befürchten die Betreiber Einbußen.

Die Marktbetreiber betonen, dass sie sich nicht grundsätzlich gegen die Eiszeit stellen: „Wir finden, dass die Eisbahn sehr wichtig für die Belebung der Stadt ist“, meint Christoph Stoll vom Wochenmarkt. Jedoch befürchten die Betreiber, dass der Wochenmarkt zwischen Sternschnuppenmarkt und Eiszeit verloren geht. Außerdem können die Betreiber nicht nachvollziehen, weshalb ausgerechnet das Dern’sche Gelände als bester Standort auserkoren wurde.

„Unser Markt und seine Produkte sind für viele Wiesbadener ein wichtiges Stück Lebensqualität, welches durch die Entscheidung in Gefahr gerät“, so Schäfer. Dass die Wiesbadener Bürger auf der Seite der Beschicker stehen, zeigt sich am Ergebnis einer spontanen Unterschriftensammelaktion, die sie am vergangenen Samstag durchführten. Das Ergebnis: Über 2500 Unterschriften. Mit den Stimmen im Rücken wollen die Beschicker jetzt stärker in den Dialog mit der Stadt gehen. „Es ist wichtig, dass wir gemeinsam eine Lösung finden“, meint Stoll.

Auch Problem für Sternschnuppenmarkt

„Das könnte eine echt harte Konkurrenz für uns werden.“ - Sven Glöckner, Puffer Christl

Die Verlegung der Eiszeit hätte aber nicht nur Auswirkungen auf den Wochenmarkt. Auch der Sternschnuppenmarkt hätte ab Dezember 2020 eine unmittelbare Konkurrenz vor der Tür. „Das könnte eine echt harte Konkurrenz für uns werden“, meint Sven Glöckner, der den Traditionsstand „Puffer Christl“ auf dem Sternschnuppenmarkt betreibt. Aus seiner Sicht würde eine breitere Verteilung der beiden Veranstaltung für eine bessere Verteilung der Besucher sorgen. „Grundsätzlich findet Glöckner es sehr schade, dass der alte Standort aufgegeben wird: „Man muss auch Bedenken, dass der Betreiber der Alm erst kürzlich dort viel Geld investiert hat. Mit scheint es, als würde nicht wirklich über den Tellerrand hinaus gedacht.“

Eine finale Entscheidung, wo die Eiszeit im nächsten Winter stattfindet, steht noch aus. Der Ortsbeirat Mitte hatte sich in seiner letzten Sitzung gegen die Verlegung auf das Dern’sche Gelände entschieden. Nach Weihnachten wollen die Beschicker ihre gesammelten Unterschriften an Oberbürgermeister Mende übergeben. (js)

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