Am Sonntag, 15. März, finden in Hessen Kommunahlwahlen statt. In Wiesbaden werden Magistrat, Ortsbeiräte und der Ausländerbeirat neu besetzt. Wer wird über die Themen abstimmen, die die Stadt bewegen? Die Strukturdaten zur Kommunalwahl geben darüber Auskunft.
Wer hat am 15. März die Wahl in Wiesbaden?
Fast 210.000 Wiesbadener sind zur Wahl aufgerufen. Das geht aus sogenannten Strukturdaten hervor, die die Stadt Wiesbaden online veröfentlicht hat. Auch welche demografischen Gruppen unter den Wahlberechtigten dominieren und der Zusammenhang zwischen Vermögen und Wahlverhalten lässt sich auslesen.
Unter den Wahberechtigten sind die sogenannten Boomer, also Wiesbadener, die zu den geburtenstarken Jahrgängen der 1960er und 1970er Jahre zählen, besonders stark vertreten. Insgesamt bilden Männer und Frauen über 55 die größte Wählergruppe. Die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen macht dagegen nur etwa 7,3 Prozent aller Wahlberechtigten in Wiesbaden aus. Die Verteilung dieser jungen Wähler ist im Stadtgebiet nicht homogen. In den dicht besiedelten innerstädtischen Bezirken wie dem Westend und dem Bezirk Mitte wohnen viele junge Wähler. In Sonnenberg, Naurod oder Auringen sind die Wähler im Schnitt doppelt so alt.
Kaufkraft und Wahlverhalten
Aus den Daten lässt sich auch ein klarer Zusammenhang zwischen Kaufkraft und Wahlverhalten herstellen. Sonnenberg ist der absolute Spitzenreiter in Sachen Wohlstand und politischer Teilnahme. Mit etwa 39.400 Euro Kaufkraft pro Kopf und Jahr liegt der Bezirk massiv über dem städtischen Durchschnitt. Die Bereitschaft zur Wahlurne zu gehen, ist ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Sie lag bei vergangenen Kommunalwahlen oft deutlich über der 50-Prozent-Marke, während der stadtweite Schnitt 2021 bei nur rund 40 Prozent lag.
Nur nach Datengrundlage bewertet ist das Wiesbadener Westend praktisch das Gegenstück zum wohlhabenden Sonnenberg: Der am dichtesten besiedelte Bezirk Wiesbadens ist geprägt durch eine junge Bevölkerung, deutlich geringere Kaufkraft und viele Haushalte, in denen Studenten oder Geringverdiener wohnen. Die Wahlbeteiligung im Westend ist oft signifikant niedriger als im städtischen Schnitt und erreichte bei vergangenen Wahlen teilweise nur Werte um die 30 Prozent.
Ausländerbeirat: Geringe Wahlbeteiligung
Rund 53.000 Wiesbadener sind berechtigt, den Ausländerbeirat zu wählen ‒ also rund ein Viertel aller Wahlberechtigten. Dazu gehören alle ausländischen Einwohner (einschließlich EU-Bürger) Wiesbadens sowie staatenlose Personen. Bei der letzten Wahl im Jahr 2021 waren es noch etwa 46.695 Menschen.
Der Ausländerbeirat berät die Stadt in allen Angelegenheiten, die ausländische Einwohner betreffen. Obwohl er eine wichtige Brückenfunktion zwischen Stadtpolitik und internationaler Gemeinschaft hat, lag die Wahlbeteiligung zuletzt (2021) bei nur fünf Prozent.