Tierschützer demonstrieren gegen Weihnachtscircus — Was sagen die Betreiber?

Tierquälerei oder harmlose Unterhaltungsshow? Zirkusse, die Tiere einsetzen, stehen in der Kritik. So auch der Wiesbadener Weihnachtscircus, der auch in diesem Jahr wieder stattfindet. Was sagen die Schausteller zu Kritik und einer geplanten Demo?

Tierschützer demonstrieren gegen Weihnachtscircus — Was sagen die Betreiber?

Vom 20. Dezember bis zum 5. Januar wird es auf dem Festplatz Gibber Kerb in Biebrich wieder nahezu jeden Tag zwei Vorstellungen des Wiesbadener Weihnachtscircus’ geben. „Neben vielen weiteren Artisten und Clowns dürfen natürlich auch Tiere nicht in der Wiesbadener Manege fehlen“, wirbt der Zirkus auf seiner Homepage für seine Aufführungen.

Tierschützer sehen das anders. „Ein guter Zirkus braucht keine Tiere“, steht auf einem Plakat, das zu einer Demonstration gegen den Zirkus aufruft. „Ein Funken Empathie sollte ausreichen, um zu wissen und zu fühlen, dass ein Zirkus alles andere als eine artgerechte Umgebung für Tiger und Co. ist“, erklären die Gegner. Am Sonntag, den 29. Dezember, wollen sie sich um 17 Uhr vor dem Zirkus versammeln und demonstrieren. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich Widerstand gegen den Zirkus formiert, der jährlich in Wiesbaden gastiert.

Was sagt der Weihnachtscircus?

Michael Wagner, Pressesprecher des Weihnachtscircus’, kennt die Vorwürfe. „Das ist ein stark diskutiertes Thema in der heutigen Zeit“, sagt er und betont: „Bei der Auswahl der Tierdressuren legen wir großen Wert auf die Tierhaltung und den Umgang mit den Tieren.“ Trotzdem wird der Zirkus vor allem in den sozialen Medien auch heftig kritisiert.

„Jeder darf seine Meinung haben.“ - Michael Wagner, Weihnachtscircus

„Jeder darf seine Meinung haben, jedoch würden wir uns wünschen, dass man sich erst vor Ort informiert und dann kritisiert“, sagt Wagner. Der Zirkus habe eine „Politik des offenen Hauses“ und sei grundsätzlich auch zum Dialog bereit. „Unsere Einladung wird jedoch immer abgelehnt.“

Wagner erklärt, dass der Zirkus wöchentlich unangemeldet vom Veterinäramt für eine Überprüfung besucht werde. Dabei werde der Gesundheitszustand der Tiere, Unterbringung, Futter und der Allgemeinzustand geprüft. „Der Zirkus in Deutschland ist somit der meist kontrollierteste Tierhaltungsbetrieb“, so Wagner.

Demo vor dem Zirkuszelt

Die Kritiker besänftigt das nicht. Deshalb demonstrieren sie am 29. Dezember vor dem Zirkuszelt. Für die Mannschaft des Weihnachtscircus bedeutet das Stress, denn ins Gespräch kommen, meint Wagner, wolle niemand von den Demonstranten. „Die Demo erfolgt seitens der Gegenseite immer auf recht emotionaler und subjektiver Ebene.“

„Eine bedürfnisgerechte Tierhaltung im Zirkus ist möglich.“ - Michael Wagner

Verbieten kann man die Demonstration zwar nicht, „aber wir können mit gutem Gewissen sagen, dass es den Tieren im Wiesbadener Weihnachtscircus an nichts fehlt. Durch ausgesuchtes Futter und ausgebildete Pfleger und Trainer ist eine bedürfnisgerechte Tierhaltung im Zirkus sehr wohl möglich“, so Wagner. (ms)

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