Noch immer keine Umbenennung der Pfitznerstraße

Pünktlich bis zum Sommer hat der Ortsbeirat Nordost einen Vorschlag für einen neuen Straßennamen vorgebracht. Der Magistrat lehnte diesen jedoch ab, weil eine ähnlich klingende Straße ganz in der Nähe liegt.

Noch immer keine Umbenennung der Pfitznerstraße

Eigentlich sollte es in Wiesbaden schon längst keine „Pfitznerstraße“ mehr geben. Das hatte die Stadtverordnetenversammlung im Februar beschlossen. Die Begründung: Der Komponist, der 1949 starb, hatte zu Lebzeiten antisemistische Äußerungen von sich gegeben.

Vorschlag abgelehnt

Bis zum Sommer sollte ein neuer Name für die Straße im Komponistenviertel im Stadtteil Nordost gefunden werden. Der Ortsbeirat hatte sich dabei auf „Johannes-Brahms-Straße“ geeinigt. Wie aus einem aktuellen Antrag der CDU im Ortsbeirat hervorgeht, wird sich der Vorschlag aber nicht umsetzen lassen.

Im August verkündetet Stadtratsmitglied Andreas Kowol (Grüne) nämlich, dass der Name für die Straße nicht in Frage komme. Denn im gleichen Viertel gibt es bereits den „Brahmsweg“. Bei der Umbenennung der Pfitznerstraße wolle man aber mögliche Verwechslungen von Adressen und Ortsangaben durch ähnliche Namen vermeiden.

Gleichklingende Straßen in Wiesbaden?

Die CDU will im Ortsbeirat diese Begründung nicht akzeptieren und führt in ihrem Antrag gleich mehrere Beispiele von ähnlich klingenden Straßen und Plätzen in der ganzen Stadt auf. So gibt es zum Beispiel die Eichendorffstraße im Dichterviertel und den Eichendorffweg in Nordenstadt oder den Erlenweg in Biebrich und die Erlenstraße in Breckenheim. Einige Beispiele liegen sogar im gleichen Stadtteil, etwa die Bahnhofstraße, die direkt vom Bahnhofsplatz ausgeht oder die Adolfstraße, die im Stadtteil Südost in die Adolfsallee übergeht.

Auch Merkurist-Leser Frank kann die Begründung nicht nachvollziehen und nennt in seinem Snip ein weiteres Argument: „Das Argument mit dem Brahmsweg ist sehr schwach. Der Brahmsweg ist ein Fußweg mit Treppen, an dem nur zwei Hausnummer liegen.“

Weil der Namensvorschlag jedoch abgelehnt wurde, muss der Ortsbeirat einen neuen finden. Haben sich die Politiker auf einen Namen geeinigt, übernimmt das Tiefbau- und Vermessungsamt und fordert einen Magistratsbeschluss. Meist geschieht das beim Entstehen von Neubaugebieten. Stimmt der Magistrat nicht zu, so wie jetzt im Fall „Johannes-Brahms-Straße“, muss ein neuer Name gefunden werden. (nl)

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