Wie Wiesbaden jetzt Wohnwagen und Anhänger von der Straße holen will

In Wiesbaden sind kostenlose Parkplätze im öffentlichen Verkehrsraum ein rares Gut. Häufig werden diese aber auch als Dauer-Abstellplatz von Wohnwagen oder Anhängern genutzt. Doch damit macht die Stadt jetzt Schluss und greift durch.

Wie Wiesbaden jetzt Wohnwagen und Anhänger von der Straße holen will

Der Parkraum entlang von Straßen und auf öffentlichen Parkplätzen ist in Wiesbaden in einigen Stadtteilen und insbesondere in der Innenstadt begrenzt. Daher ist es ein besonderes Ärgernis, wenn in immer größerem Maße private Anhänger über längere Zeit unzulässig abgestellt werden.

„Ärger groß“

Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) dürfen Anhänger ohne Zugfahrzeug nicht länger als zwei Wochen im öffentlichen Straßenraum abgestellt werden; dies gilt auch für öffentliche Parkplätze. Damit soll ein dauerhaftes Abstellen auf Straßen- und Parkflächen speziell durch Anhänger verhindert werden. Unter diese Regelung fallen sowohl Wohnwagen als auch Anhänger aller Art, zum Beispiel für den Transport von Fahrzeugen, Booten, oder Pferden.

„Dass Anhänger den knappen öffentlichen Parkraum blockieren und teilweise sogar gefährdend in die Fahrbahn und in Radwege hineinragen, verstößt gegen die StVO und gefährdet im schlimmsten Falle andere Verkehrsteilnehmer“, so Verkehrsdezernent Andreas Kowol. Nicht selten würden auch Gehwege ganz oder teilweise zugestellt und behindern Fußgänger. Auch Wohnwagen als Dauerparker seien im Stadtgebiet ein Problem, so der Leiter des Straßenverkehrsamts, Winnrich Tischel. Gerade im Winter sei dieser Ärger besonders groß, wenn die Anhänger über längere Zeit nicht genutzt werden.

Bußgeld wird fällig

Daher würde nun in einer Sonderaktion der kommunalen Verkehrspolizei die missbräuchliche Nutzung von öffentlichem Parkraum kontrolliert, sagt Tischel. „Steht der Anhänger nach zwei Wochen unverändert im öffentlichen Parkraum, gibt es eine Verwarnung von 20 Euro und der Halter wird aufgefordert, ihn innerhalb einer Frist aus dem öffentlichen Verkehrsraum zu entfernen.“ Werde dem nicht Folge geleistet, werde der Anhänger gebührenpflichtig abgeschleppt. Wie Tischel sagt, werde man diese Aktion in den nächsten Monaten regelmäßig wiederholen, um den Parkraum für Bewohner und Besucher, aber auch für das Gewerbe in den Gewerbegebieten wieder zur Verfügung zu stellen.

„Wer einen Anhänger jedweder Art besitzt, sollte für diesen einen geeigneten privaten Stellplatz bereithalten oder anmieten, da ein Abstellen im Straßenraum nur bis zu zwei Wochen zulässig ist“, erklärt Stadtrat Andreas Kowol (Grüne). Zudem sei zu beachten, dass wenn ein Anhänger innerhalb geschlossener Ortschaften auf der Fahrbahn parkt, er mit einer Lichtquelle oder einer Parkwarntafel kenntlich gemacht werden muss. Auch gelte die Zwei-Wochen-Frist nur, wenn der Anhänger zu Verkehrszwecken genutzt wird, so Kowol. Werde der Anhänger zum Beispiel zur Werbung oder zum Überwintern abgestellt, liege eine unzulässige Sondernutzung des öffentlichen Verkehrsraumes vor.

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