Neue Zahlen: Wie beeinflussen die Umweltspuren den Verkehr in Wiesbaden?

Neue Zahlen und Daten der Stadt geben einen Einblick, wie sich der Verkehr in Wiesbaden in den letzten zwei Jahren verändert hat. Demnach zeigen die neuen, noch nicht ganz fertigen Umweltspuren schon jetzt Wirkung.

Neue Zahlen: Wie beeinflussen die Umweltspuren den Verkehr in Wiesbaden?

Ganz fertig sind die neuen Umweltspuren auf dem 1. Ring zwar noch nicht, erste Erfahrungen durften die Wiesbadener aber schon mit den eigenen Spuren für Busse und Radfahrer sammeln. Die Stadt veröffentlichte dazu am Dienstag neue Zahlen und Daten. Sie zeigen, welche Effekte die Umweltspuren bisher schon auf den Bus-, Auto- und Radverkehr haben.

Schnellere Busse

„Wenngleich noch nicht alle Abschnitte fertiggestellt sind, sorgen die Umweltspuren bereits jetzt für einen schnelleren und vor allem pünktlicheren Busverkehr“, heißt es dazu in einer Mitteilung der Stadt. Da die Busse nicht mehr mit den Autos im Stau stehen müssen, seien einige Linien schneller unterwegs. So kann ESWE Verkehr zum Fahrplanwechsel 2020/21 eine Fahrzeitreduzierung für die Linien 1, 8 und 49 vornehmen. Auf dem Abschnitt zwischen den Haltestellen Scheffelstraße und dem Hauptbahnhof werden die Busse dann statt drei, nur noch zwei Minuten brauchen. Davon würden an jedem Werktag rund 20.000 Fahrgäste profitieren, die am Hauptbahnhof Anschlüsse erreichen müssen.

Mehr Rad- und weniger Autofahrer unterwegs

Im Radverkehr zeigen sich den Zahlen nach ebenfalls Veränderungen. So fahren laut der Studie jetzt mehr Radfahrer im morgendlichen Berufsverkehr ab Gutenbergplatz in Richtung Hauptbahnhof. Waren 2018 noch 2,6 Prozent der Verkehrsteilnehmer im Pendlerverkehr Radfahrer, seien es heute 4,9. In diesem Jahr nutzen den Abschnitt demnach täglich mehr als 500 Radfahrer. Die Messungen ergaben auch, dass das Autoverkehrsaufkommen zwischen 2018 und 2020 um 20 Prozent reduziert werden konnte.

Erhoben wurden die Werte von der „Heinz + Feier GmbH“ im Auftrag des Tiefbau- und Vermessungsamts. Dafür gab es Zählungen an vier Straßenquerschnitten, an je einem Tag während und nach den Sommerferien in den Jahren 2018 und 2020.

„Die Maßnahme, die für die Vermeidung eines Dieselfahrverbots eine ganz zentrale war, beginnt also vor Fertigstellung schon zu wirken.“ - Andreas Kowol, Verkehrsdezernent

„Der Eindruck war schon länger da und ich freue mich, dass die Zahlen ihn jetzt bestätigen. Durch die Umweltspuren haben wir auf dem Ring jetzt schnellere Busse und mehr Radfahrende. Die Maßnahme, die für die Vermeidung eines Dieselfahrverbots eine ganz zentrale war, beginnt also vor Fertigstellung schon zu wirken“, freut sich Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne) über die Ergebnisse der Messungen.

DIGI-V wird Anfang 2021 aktiviert

Alle, die zurzeit noch durch die Baumaßnahmen auf dem Ring beeinträchtigt werden, bittet der Dezernent um etwas Geduld. Die digitale Verkehrssteuerung DIGI-V, die mit digital gesteuerten Ampeln die Verkehrssituation verbessern soll, sei noch nicht „scharf geschaltet“, erklärt er. „Was am heimischen Rechner gilt, gilt auch für DIGI-V. Erst, wenn die Hardware komplett ist, wird die Software installiert“, so der Dezernent. Aktiviert werden soll DIGI-V im ersten Halbjahr 2021. Erste Entlastungseffekte für den Innenstadtverkehr erwartet Kowol aber schon vorher durch die geplante verstärkte Umleitung des Durchgangsverkehrs an den Stadtgrenzen. Etwa durch die neue Ampelanlage an der Berliner Straße, aber auch aus Richtung Taunus kommend. (js)

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