Mutmaßlicher Hacker in Hessen festgenommen

Ein 20-Jähriger aus Mittelhessen hat gestanden, persönliche Daten tausender Personen des öffentlichen Lebens ausgespäht und anschließend veröffentlicht zu haben.

Mutmaßlicher Hacker in Hessen festgenommen

Ein Tatverdächtiger im Fall der veröffentlichten Daten hunderter Politiker und Prominenter konnte am Sonntag in Mittelhessen festgenommen werden. Das erklärten die Staatsanwaltschaft Frankfurt und die Zentralstelle zur Bekämpfung von Internetkriminalität (ZIT) am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden.

Demnach stehe ein 20-Jähriger unter dringendem Tatverdacht, die bereits im Dezember veröffentlichten Daten prominenter Personen ausgespäht und über mehrere Twitter-Accounts veröffentlicht zu haben. Bei einer Befragung durch die Oberstaatsanwaltschaft und Beamte des BKA zeigte sich der Verdächtige geständig. Als Grund für seine Taten gab er an, sich über bestimmte politische Äußerungen der betroffenen Personen geärgert zu haben. Um welche Äußerungen es sich dabei genau gehandelt haben soll, könne derzeit noch nicht mitgeteilt werden.

Unter den schon im Dezember veröffentlichten Daten der rund 1000 Betroffenen befanden sich Telefonnummern, Chatverläufe, private Fotos, Kreditkartendaten und weitere Daten. Das BKA erlangte erst in der Nacht vom 3. auf den 4. Januar Kenntnis darüber.

Die daraufhin ergriffenen Maßnahmen führten am 6. Januar zum Erfolg: Der Tatverdächtige konnte in den Abendstunden in der Wohnung seiner Eltern in Mittelhessen festgenommen werden, wo auch er lebte. Dort stellten die Ermittler auch Computer, Datenträger und persönliche Daten des Beschuldigten sicher, die derzeit noch ausgewertet werden.

Bei der Befragung räumte er die Tat ein und half durch seine Aussagen bei den Ermittlungen. Dabei gab er außerdem an, alleine agiert zu haben. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass diese Aussage Stimmt. Hinweise auf die Beteiligung Dritter liegen nicht vor. Mangels Haftgründen wurde der 20-Jährige nach seiner Vernehmung am 7. Januar wieder auf freien Fuß gesetzt. Die vorläufige Festnahme des Schülers wurde aufgehoben, da keine Flucht- oder Verdunklungsgefahr bestehe.

Der Beschuldigte war zuvor noch nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Weitere Angaben über den als „computeraffin“ bezeichneten Tatverdächtigen können die Behörden aufgrund des Alters des mutmaßlichen Täters nicht machen. Im Falle einer Verurteilung drohe laut Oberstaatsanwalt eine Strafe nach dem Jugendstrafrecht. Welche Sanktion letztendlich ergriffen werde, sei noch unklar.

Auf der Pressekonferenz gaben die Verantwortlichen jedoch an, dass noch viel Arbeit vor ihnen liege. Neben der Auswertung der sichergestellten Datenträger müssen die Angaben des Beschuldigten auf Plausibilität überprüft werden. Auch die Frage, ob der Hackerangriff politisch motiviert war, müsse geklärt werden. Im Rahmen der Durchsuchung hätten sich laut Oberstaatsanwalt Ungefuk keine Hinweise auf eine bestimmte politische Motivation finden lassen, man erhoffe sich aber durch die Auswertung der Datenträger Aufschluss darüber. (nl)

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