Dieser Wiesbadener ist in Asien berühmt

Als er noch zur Schule ging, haben viele über seine Träume gelacht. Heute hingegen ist der Wiesbadener Danny Lee ein internationales Werbegesicht. Im Merkurist-Gespräch beschreibt er seine Arbeit als Model und erzählt, wie er berühmt wurde.

Dieser Wiesbadener ist in Asien berühmt

Wenn Danny Lee zur Mittagszeit über den Wiesbadener Marktplatz läuft, in Turnschuhen und mit hochgestelltem Kragen, fällt er in seiner Heimatstadt kaum auf. Taucht er aber in einem Werbespot in Asien oberkörperfrei ins Meer, bitten ihn Fans auf den Straßen Thailands schon mal um ein Autogramm. Der 31-jährige Wiesbadener arbeitet seit einigen Jahren als Model im Ausland und die Facebook-Seite seines Fanclubs bekommt Likes aus der ganzen Welt. Merkurist hat er erzählt, dass es gar nicht so unmöglich ist, einen Traumjob zu bekommen. „Man muss nur die richtigen Entscheidungen treffen und für seine Träume kämpfen“, verrät er sein Geheimrezept.

„Man muss die richtigen Entscheidungen im Leben treffen.“ - Danny Lee

„Ich war als Kind immer fasziniert von Filmen und wollte eigentlich Regisseur werden“, sagt er, „aber Eltern, Freunde und Lehrer haben mich dafür belächelt.“ Wenn Danny heute an die Reaktionen zurückdenkt, die er während seiner Zeit an der Martin-Niemöller-Schule erntete, muss er lächeln. „Regisseur bin ich nicht geworden, aber trotzdem ist es gar nicht so schwer, seine Träume zu verwirklichen.“

Vom Setrunner zum Werbegesicht

„Hollywood ist gar nicht so weit weg, wie man denkt.“ - Danny Lee

Seinen Zivildienst machte Danny in Köln beim Roten Kreuz. „Meine Mutter hätte es gerne gesehen, wenn ich Arzt geworden wäre.“ Dabei hat er sich für die Stelle aus einem ganz anderen Grund entschieden. „In Köln habe ich erste Kontakte zum Fernsehen geknüpft. Bei Unter Uns habe ich ein Praktikum gemacht und war Setrunner“, erinnert er sich. Über dort geknüpfte Kontakte hat er bald auch bei größeren Produktionen hinter den Kulissen mitgewirkt und dafür gesorgt, dass alle Schauspieler pünktlich in die Maske und ans Set kommen. „Als ich bei Der Vorleser mit Kate Winslet gearbeitet habe, wurde mir zum ersten Mal klar, dass Hollywood gar nicht so weit weg ist, wie man immer denkt.“

Karrierestart in Asien

Der Gedanke, auch vor die Kamera zu treten, kam Danny erst, als ihm bei der Produktion von Ninja Assassin der Hauptdarsteller Rain dazu riet, es in Korea zu versuchen. „Als Halbkoreaner ist mein Typ dort sehr gefragt“, sagt Danny. So startete er 2008 zu einem Urlaub. „Ich habe Familie dort, die ich besuchen wollte. Es war nur als Reise geplant, doch am letzten Tag zerriss ich das Rückflugticket“, erinnert er sich. „Mein Geld war leer und ich musste in einem fremden Land Geld verdienen“, beschreibt er die Konsequenzen seiner Entscheidung. So landete er bei einer Modenschau eines Fashionlabels von Rain und über einen Freund auch bei einer Modelagentur.

„Ich habe viel Freizeit, aber es ist immer ungewiss, wann der nächste große Auftrag kommt.“ - Danny Lee

Inzwischen arbeitet der Wiesbadener selbstständig. „Ich habe viel Freizeit, aber es ist immer ungewiss, wann der nächste große Auftrag kommt“, beschreibt er seine Arbeit. „Nicht immer ist das Modelleben so glamourös wie im Film“, warnt er. Bei vielen reiche das Geld am Ende des Monats gerade so für die Miete und Essen. „Um sich abzusichern, sollte jeder auch ein zweites Standbein haben, ein Studium oder eine Trainerlizenz“, rät Danny, der in Zukunft auch in Spielfilmen mitwirken will und dafür lernen möchte zu schauspielern und sich im Bereich E-Commerce weiterbildet.

Weil er die vergangenen acht Jahre im Ausland gelebt hat und alle drei Monate seine Model-WG wechselte, genießt Danny im Moment seine Zeit in Wiesbaden. „Vieles hat sich verändert“, sagt er, als er das neu eröffnete Museum am Markt entdeckt. „Ich freue mich sehr, hier Weihnachten mit meiner Familie feiern zu können, und auf den Weihnachtsmarkt zu gehen“. Als Model habe er zwar immer Leute um sich „aber deine Familie sitzt eben zuhause. Das ist der Preis, den man für den Job mit vielen wunderschönen Reisen bezahlt“, sagt er.

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