Wiesbaden erreicht nächste Corona-Eskalationsstufe

Inzidenzwert und Neuinfektionen steigen

Wiesbaden erreicht nächste Corona-Eskalationsstufe

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HSMI) meldet 23 neue Corona-Infektionen in Wiesbaden von Donnerstag auf Freitag. In der Landeshauptstadt steigt die 7-Tages-Inzidenz dadurch auf einen Wert von 37,7 (Stand Freitag, 9. Oktober, 0 Uhr). Am Donnerstag lag dieser Wert noch bei 31,9.

Mit dem Überschreiten des Inzidenz-Wertes von 35 erreicht Wiesbaden gleichzeitig die nächste Stufe im Eskalationskonzept des hessischen Sozialministeriums. Laut Eskalationsplan müssten nun weitere Maßnahmen getroffen und der Planungsstab COVID-19 des HSMI eingebunden werden.

Welche Konsequenzen aus dem Überschreiten der 35er-Inzidenz folgen ist aber nicht klar. Die Stadt Wiesbaden folgt einer anderen Berechnung: Das Land rechnet ausschließlich auf der Grundlage der eingehenden positiven Laborbefunde gemeldeten Fallzahlen. Erste Symptome treten häufig bereits einige Tage vor Testung auf, sodass die Berechnungsgrundlage der Neuinfektionen nicht auf den gleichen Zeitpunkt fällt, wie die Labormeldung. So kann es geschehen, dass eine Neuinfektion in der Wiesbadener Statistik des Gesundheitsamtes nicht mehr in den sieben Tagen auftaucht, beim Land Hessen aufgrund des gemeldeten Laborbefundes jedoch erscheint.

Dementsprechend steht die Wiesbadener Corona-Ampel derzeit weiterhin auf Gelb, die Stadt spricht von einem Inzidenzwert von 33,3. Gut möglich, dass auch nach dem Wiesbadener Berechnungssystem in den nächsten Tagen der Wert von 35 überschritten wird. Dann stünde auch die Wiesbadener Ampel auf der roten und damit höchsten Stufe.

Merkel verkündet neue Beschränkungen

Am Freitag hat sich außerdem Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Bürgermeistern der 50 größten Städte Deutschlands getroffen, um über Reaktionen auf die bundesweit zunehmenden Corona-Fälle zu beraten.

Gegen 15 Uhr erklärte die Kanzlerin, dass neue Beschränkungen ab einem Inzidenzwert von 50 getroffen werden sollen. Dazu zählen eine Ausweitung der Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum, eine Begrenzung der Teilnehmerzahlen bei privaten Feierlichkeiten und eventuelle Alkoholverbote und Sperrstunden.

In Hessen überschreiten derzeit Frankfurt und Offenbach den Wert von 50 Neuninfektionen je 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. Wie die Deutsche Presse-Agentur meldet, sollen ab einem Inzidenzwert von 35 außerdem Experten der Bundeswehr und des Robert Koch-Institutes in die betroffenen Städte geschickt werden. (ms)

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