Trotz vieler Neuinfektionen: Keine neuen Corona-Maßnahmen in Wiesbaden

Nach 18 Ansteckungen bei privatem Sommerfest

Trotz vieler Neuinfektionen: Keine neuen Corona-Maßnahmen in Wiesbaden

Wegen 18 Neuinfektionen bei einem privaten Sommerfest hatte die Stadt Wiesbaden Anfang der Woche die erste Corona-Warnstufe des Landes Hessen überschritten. Die Stadt sieht aber aktuell keinen Grund für verschärfte Maßnahmen.

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hatte Anfang Juli ein landesweites Präventions- und Eskalationskonzept ins Leben gerufen, welches die Verbreitung des Coronavirus eindämmen soll. Wenn ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt, wie aktuell Wiesbaden, innerhalb von sieben Tagen 20 oder mehr Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern verzeichnet, kann die jeweilige Verwaltung bedarfsgerecht die Maßnahmen anpassen.

Wiesbaden setzt aber bei der Eingrenzung des Virus auf eine eigene „Corona-Ampel.“ Diese steht trotz der vielen Neuinfektionen weiterhin auf „grün.“ Das Gesundheitsamt erklärt das so: „Das Land Hessen rechnet ausschließlich auf der Grundlage der eingehenden positiven Laborbefunde gemeldeten Fallzahlen. Aufgabe der Gesundheitsämter ist es differenziert im Rahmen der Ermittlung der Infektionsketten das Auftreten von Symptomen und damit den möglichen Beginn der Erkrankung festzulegen“, heißt es am Mittwoch aus dem Rathaus.

Da viele Symptome schon mehrere Tage vor dem Corona-Test auftreten, fällt die Berechnung der Neuinfektionen häufig nicht auf den selben Tag wie die der Labormeldungen. „So kann es geschehen, dass eine Neuinfektion in der Wiesbadener Statistik des Gesundheitsamtes nicht mehr in den sieben Tagen auftaucht, beim Land Hessen aufgrund des gemeldeten Laborbefundes jedoch erscheint“, so das Gesundheitsamt.

Wichtig für den Schutz der Wiesbadener Bevölkerung sei die Arbeit des Gesundheitsamtes vor Ort, so die Stadt. Die Statistik des Landes, die ausschließlich die Labormeldung berücksichtigt, sei dafür nicht entscheidend. Das Gesundheitsamt hat aufgrund des Anstieges der Neuinfektionen bereits Verstärkung durch Personal aus der Stadtverwaltung erhalten. (ms/ts)

Logo