Strengere Corona-Regeln beschlossen

Nach Corona-Gipfel

Strengere Corona-Regeln beschlossen

Bund und Länder haben sich am Mittwoch nach mehrstündigen Beratungen auf neue bundesweit einheitliche Regelungen im Kampf gegen das Coronavirus festgelegt. Nach ihrem Treffen mit den Ministerpräsidenten des Landes äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am späten Mittwochabend in einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen der Corona-Krisenkonferenz. Schon am Mittag waren erste Informationen durchgesickert (wir berichteten).

Strengere Regeln in Corona-Hotspots

In Corona-Hotspots mit Inzidenzwerten von mehr als 35 Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen (7-Tage-Inzidenz) sollen demnach sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich Kontaktbeschränkungen in Kraft treten. Zuvor lag der Wert noch bei 50. Auch andere Maßnahmen wie eine ausgeweitete Maskenpflicht und Sperrstunden für die Gastronomie sollen schon bei einem Wert von 35 angeordnet werden können. Grund dafür sei, dass der Sprung von einer 7-Tage-Inzidenz von 35 auf 50 erfahrungsgemäß schnell geschehe.

Konkret bedeutet dies:

ab 35 Infektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner

  • ergänzende Maskenpflicht, überall dort, wo Menschen dichter bzw. länger zusammenkommen

  • Feiern im Familien- und Freundeskreis werden auf 25 Teilnehmer im öffentlichen und 15 im privaten Raum begrenzt

ab 50 Infektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner

  • Feiern im Familien- und Freundeskreis werden auf 10 Teilnehmer im öffentlichen und zehn im privaten Raum aus maximal zwei Hausständen begrenzt

  • Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 100 bei Veranstaltungen

  • Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum auf maximal zehn Personen

  • Sperrstunde um 23 Uhr für Gastronomiebetriebe und weiterhin Verbot des Ausschanks sowie des Verkaufs von Alkohol

Zehn Tage nach in Kraft treten der neuen Maßnahmen will sich das Corona-Kabinett erneut treffen, um darüber zu beraten, ob das Infektionsgeschehen dadurch eingeschränkt werden konnte. Dann wird sich entscheiden, ob weitere Regelungen eingeführt werden müssen.

Keine Einigung bei Beherbergungsverbot

Beim Thema Beherbergungsverbot sei man noch nicht zu einem bundesweiten Entschluss gekommen. Es bleibe vorerst bei den bestehenden Regelungen. Am 8. November, also nach Ende der letzten Herbstferien des Bundes in Bayern, wolle man sich dazu noch einmal beraten, so die Kanzlerin.

Sie appellierte im Laufe der Pressekonferenz direkt an die Bevölkerung. Deutschland befinde sich in einer ernsten Phase der Pandemie: „In dieser entscheidenden kritischen Phase des Herbstes ist es ganz ganz wichtig, dass alle weiterhin mitmachen.“ Es gelte weiterhin, Abstände einzuhalten, Maske zu tragen, zu lüften, die Corona-App zu nutzen und die Regeln einzuhalten. Merkel ruft außerdem dazu auf, insbesondere nicht in Risikogebiete zu reisen.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) will sich am Donnerstag, 15. Oktober, um 11 Uhr in einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen und der Situation in dem Bundesland äußern. Ob und wann auch der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vor die Presse treten will, ist bisher nicht bekannt.

Hintergrund:

Um bundesweit möglichst einheitliche Regeln festzulegen und neue Strategien zur Eindämmung des Coronavirus zu entwickeln, haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder am heutigen Mittwoch ab 14 Uhr zu einer Corona-Krisenkonferenz getroffen. Zum ersten Mal seit Langem trafen sich die Regierungschefs dafür wieder persönlich mit der Kanzlerin in Berlin. Anlass waren die steigenden Infektionszahlen im Land. Mit 5132 waren am heutigen Mittwoch 1000 mehr Personen mit dem Virus infiziert als noch am Vortag. Das ist der höchste Wert seit April. (mo)

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