So viele Corona-Patienten liegen derzeit in Wiesbadener Krankenhäusern

Wie viele Patienten liegen aktuell mit dem Coronavirus in Wiesbadener Krankenhäusern und wie viele von ihnen sind ungeimpft? Wir haben bei den Kliniken der Stadt nachgefragt.

So viele Corona-Patienten liegen derzeit in Wiesbadener Krankenhäusern

Die Wiesbadener Sieben-Tage-Inzidenz nähert sich der kritischen 100er-Marke, ab der verschärfte Corona-Regeln in Kraft treten. Heute (31. August) liegt der Wert bei 93,7 (wir berichteten). Machen sich die steigenden Zahlen auch in den Krankenhäusern der Stadt bemerkbar?

Ungeimpfte Patienten auf den Intensivstationen

„Vor vier, fünf Wochen hatten wir in der gesamten Klinik lediglich zwei Corona-Patient:innen“, sagt Patrick Körber von den Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken (Helios HSK). „Nun sind es elf.“ Drei der Patienten liegen aktuell auf der Intensivstation, einer davon ist sehr schwer erkrankt. Die anderen beiden sind stabiler, einer ist intubiert und wird beatmet (Stand 31. August). Alle drei sind laut Körber ungeimpft. „Unsere schwer erkrankten COVID-Patient:innen sind im Schnitt zwischen 40 und 60 Jahren alt – und überwiegend nicht geimpft.“ Die Patienten seien durch die Impfungen deutlich jünger als in der ersten und zweiten Welle.

„Die richtig schweren Fälle werden bei hoher Impfquote einen deutlich geringeren Anteil ausmachen.“ - Patrick Körber, Helios HSK

Insgesamt merke man, dass die Zahlen „langsam, aber stetig“ ansteigen. Auch bei der vergangenen dritten Welle seien die Patienten etwas verzögert zu den steigenden Inzidenzzahlen im Krankenhaus angekommen, so Körber. Die Klinik sei auf weitere Fälle vorbereitet und könne die Corona-Einsatzpläne reaktivieren und anpassen. „Wir gehen aber für die kommenden Wochen davon aus, dass wir weitere Covid-Fälle vor allem auf den Normalstationen und weniger auf den Intensivstationen sehen werden, weil mittlerweile über 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung geimpft sind“, sagt Körber. „Das heißt, die richtig schweren Fälle werden bei hoher Impfquote einen deutlich geringeren Anteil ausmachen.“

Ähnlich sieht es im St. Josefs-Hospital (JoHo) aus. Aktuell sind sechs Corona-Patienten im Krankenhaus, davon drei auf der Intensiv und zwei beatmet, sagt Sprecherin Susanne Schiering-Rosch. Die Tendenz sei steigend. „Die aktuellen stationären COVID-Patient*innen sind in der überwiegenden Mehrzahl nicht geimpft oder nicht vollständig geimpft“, sagt Schiering-Rosch. Das gelte auch für die Patienten, die ambulant versorgt werden können. Man rechne damit, dass durch das Ende der Sommerferien noch mehr Patienten aufgenommen werden müssen.

Weniger Angst beim Personal durch Impfungen

Wegen der steigenden Impfzahlen ändere sich die Situation auch für das Personal. „Auch das Personal ist durch die Impfungen sehr viel besser geschützt“, sagt Schiering-Rosch. Momentan bereite das Krankenhaus die dritte Impfrunde für das Personal vor. In der Helios HSK sei die Angst beim Personal, sich selbst zu infizieren, deutlich zurückgegangen. Fast alle Mitarbeiter hätten das freiwillige Impfangebot angenommen, erklärt Patrick Körber. „Das nimmt eine große Last von den Schultern des medizinischen Personals.“ Da es in den vergangenen Wochen nur noch wenige Corona-Fälle im Krankenhaus gab, konnten vor allem die Pflege-Mitarbeiter „mal wieder etwas durchatmen und Kraft tanken“.

Eine Anfrage an die Asklepios Paulinen Klinik zum Thema blieb bis zum Erscheinen des Artikels unbeantwortet.

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