So setzt Hessen die neuen Corona-Maßnahmen um

Bouffier informierte nach Bund-Länder-Treffen über neue Beschlüsse

So setzt Hessen die neuen Corona-Maßnahmen um

Das Land Hessen setzt die am Freitag (7. Januar) von Bund und Ländern beschlossenen neuen Corona-Maßnahmen um. Das sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Nachmittag. Ab wann die neuen Regeln gelten werden, ist noch nicht ganz klar – voraussichtlich aber ab Mitte übernächster Woche.

2G-plus-Regel

Bundesweit und inzidenzunabhängig gilt dann die 2G-plus-Regel in Restaurants und Cafés. Zugang bekommen nur noch Geimpfte und Genesene mit einem tagesaktuellen Corona-Test oder mit dem Nachweis einer Auffrischungsimpfung (Booster). In Hessen gilt die Regel bereits seit Mitte Dezember in Hotspot-Regionen, in denen an drei Tagen hintereinander die Inzidenz den Wert 350 überschreitet. Das wird in Wiesbaden voraussichtlich morgen der Fall sein, sodass die Hotspot-Regeln des Landes am Sonntag (9. Januar) in Kraft treten werden (wir berichteten) – und damit unter anderem auch die 2G-plus-Regel in der Gastronomie.

Veränderte Quarantäneregeln

Außerdem wird die Quarantäneregel verändert. Geboosterte Kontaktpersonen müssen demnach in Zukunft nicht mehr in Quarantäne. „Das ist eine gute Begründung dafür, sich impfen zu lassen“, so Bouffier. Wer infiziert oder Kontaktperson ist, aber nicht geboostert, darf sich nach sieben Tagen freitesten. Das gehe mit einem zertifizierten Antigen-Schnelltest oder einem PCR-Test. Eine besondere Regel gilt in Krankenhäusern und anderen Pflegeeinrichtungen. Da die Mitarbeiter in engem Kontakt mit vulnerablen Gruppen stehen, dürfen auch sie sich nach sieben Tagen freitesten. Sie benötigen aber unbedingt einen negativen PCR-Test und müssen 48 Stunden lang symptomfrei sein. Schüler dürfen sich nach fünf Tagen freitesten.

Über die neuen Regeln müssen Bundestag und Bundesrat jetzt abstimmen. Das soll laut Bouffier in der kommenden Woche geschehen. Da die hessische Landesverordnung am kommenden Donnerstag auslaufe und man nicht zwei Verordnungen in einer Woche auf den Weg bringen wolle, werden die bisherigen Regeln zunächst bis Montag (17. Januar) verlängert. Die neuen Regeln könnten dann voraussichtlich ab Mitte übernächster Woche gelten.

Bisherige Maßnahmen wirken

„Wir dürfen durchaus mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass die vorhergesagte Explosion und Dramatik nicht eingetreten ist.“ - Volker Bouffier, Ministerpräsident

Bouffier machte bei der Pressekonferenz zudem Mut. So ginge aus dem Bericht einer Experten-Kommission hervor, dass die bisherigen Maßnahmen gewirkt hätten. Es gebe zwar eine hohe Ansteckungsrate, die Situation in den Intensivstationen habe sich aber nicht so entwickelt, wie es vor allem an Weihnachten und Silvester befürchtet wurde. „Die Belastung in den Krankenhäusern ist immer noch extrem hoch“, so Bouffier, „aber wir dürfen durchaus mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass die vorhergesagte Explosion und Dramatik Gott sei Dank nicht eingetreten ist.“ Zwar müsse man davon ausgehen, dass sich die Infektionszahlen weiter erhöhen, die kritische Infrastruktur sei aber gut darauf vorbereitet.

Bouffier weiter für Impfpflicht

Trotzdem hält der Ministerpräsident die Einführung der allgemeinen Impfplicht weiterhin für notwendig, um „aus dieser Dauerschleife rauszukommen.“ Damit sich die Infektionslage im Herbst nicht erneut verschlechtere und die Regeln nach dem Sommer wieder verschärft werden müssen, brauche es eine höhere Impfquote. „Deshalb ist es erforderlich, die Impfpflicht anzustreben.“

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