Personalausfälle: Krankenhäuser müssen Eingriffe verschieben

In vielen Krankenhäusern fällt aktuell so viel Personal aus, dass der Betrieb eingeschränkt werden muss. Wie ist die Lage in den Wiesbadener Kliniken?

Personalausfälle: Krankenhäuser müssen Eingriffe verschieben

Deutschlandweit kämpfen derzeit zahlreiche Krankenhäuser mit Personalausfällen. In Zukunft könnte sich das ändern, der Bund will voraussichtlich die Corona-Quarantäneregeln anpassen, sodass symptomfreie Mitarbeiter wieder arbeiten dürften. Noch müssen Infizierte aber zuhause bleiben und das spüren die Krankenhäuser. „Eine hohe Zahl von positiv getestetem Personal ist für viele Krankenhäuser sehr belastend“, sagte der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung DIVI, Gernot Marx, kürzlich der Augsburger Allgemeinen. 518 von 1320 Intensivstationen gaben demnach an, in einem eingeschränkten Betrieb zu arbeiten. Wie ist die Lage in den Wiesbadener Kliniken?

Eingriffe werden verschoben

„Seit Mitte März hat es leider neben einer höheren Belastung durch stationäre COVID-Fälle auch eine Steigerung an Personalausfällen in allen Bereichen gegeben“, sagt Susanne Schiering-Rosch vom St. Josefs-Hospital (JoHo). Aktuell seien 86 der 1600 Mitarbeiter mit dem Virus infiziert (Stand 29. März). Damit die Notfallversorgung weiter funktioniere, habe man in den letzten Wochen geplante und weniger dringende Eingriffe verschoben. Aktuell gingen die Personalausfälle zumindest leicht zurück.

„Die Funktionsfähigkeit des Krankenhausbetriebs ist gewährleistet“ - Patrick Körber, HSK

In den Helios HSK sei es ein Kommen und Gehen. „Täglich melden sich vereinzelt Mitarbeiter:innen wegen Corona krank und begeben sich in Isolation“, sagt Sprecher Patrick Körber. „Genauso kommen aber auch täglich Mitarbeiter:innen aus der Isolation zurück.“ Auch dort werden planbare Eingriffe weiterhin reduziert, dringende Operationen fänden aber statt. „Die Funktionsfähigkeit des Krankenhausbetriebs ist gewährleistet“, so Körber.

Mehr Corona-Fälle auf Normalstation

In beiden Krankenhäusern liegen nach wie vor mehr Menschen mit Corona auf den Normalstationen als auf den Intensivstationen. Im JoHo werden aktuell 27 Patienten mit Corona behandelt, einer davon wird auf der Intensivstation beatmet. In der HSK liegen 41 Corona-Patienten, bei 21 ist Corona die Hauptdiagnose. Sechs Patienten liegen auf der Intensivstation. Zum Vergleich: Anfang Januar lagen 30 Corona-Patienten im Krankenhaus, davon neun auf der Intensivstation.

Beide Krankenhäuser sehen vor allem in den letzten drei Wochen einen Anstieg auf den Normalstationen. „Seit dem 9. März ist das Aufkommen an stationären Corona-Fällen im JoHo hoch“, sagt Susanne Schiering-Rosch. Mit 43 bestätigten Fällen habe es am 14. März einen Spitzenwert gegeben. „Wir rechnen weiterhin mit steigenden Belastungen im stationären Bereich in den kommenden Wochen, falls sich die Infektionslage nicht generell abschwächen sollte.“

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