Kaum noch Neuinfektionen - So ist die Coronalage in Wiesbaden

Seit Wochen bewegt sich die Zahl der Neuinfektionen mit Covid-19 in Wiesbaden im einstelligen Bereich. Für Gesundheitsamtsleiterin Kaschlin Butt ein Erfolg - dennoch ruft sie zu weiter zur Vorsicht auf.

Kaum noch Neuinfektionen - So ist die Coronalage in Wiesbaden

Ende März wirkte die Wiesbadener Fußgängerzone wie eine Geisterstadt. Nur wenige Passanten verirrten sich zwischen die vielen geschlossenen Geschäften. Grund war die gerade beginnende Corona-Pandemie, welche auch vor Wiesbaden nicht Halt machte. Zum Teil registrierte das Gesundheitsamt über hundert neue Fälle am Tag in der Stadt, tausende Wiesbadener mussten in Quarantäne.

Corona-Hotspot für Wiesbaden nicht ausgeschlossen

Davon ist jetzt, nur wenige Monate später, kaum noch etwas zu spüren. Durch die Lockerungen ist die Innenstadt wieder so belebt wie vorher. Und auch die Zahl der Infektionen ist stark zurückgegangen: Für die vergangenen sieben Tage zählt das hessische Sozialministerium lediglich sieben bestätigte Fälle in der Landeshauptstadt.Dennoch ist die Gefahr durch das Virus noch nicht vorbei. Lokale Hotspots, wie etwa kürzlich in einem Schlachthof im Kreis Gütersloh, können die Infektionszahlen schnell nach oben treiben.

Dass so etwas auch in Wiesbaden passieren könnte, schließt Dr. Kaschlin Butt, Leiterin des Wiesbadener Gesundheitsamtes, nicht aus. Zwar gibt es in Wiesbaden keine Schlachtbetriebe wie in Gütersloh, dennoch kam es immer wieder zu Ausbrüchen in Altersheimen oder Flüchtlingsunterkünften. „Treten mehrere Corona-Fälle in einer Einrichtung auf, dann arbeiten wir mit allen Behörden eng zusammen und können diese Hotspots gut isolieren und die Zahlen in Wiesbaden geben uns dort recht“, so die Gesundheitsamtsleiterin.

Man müsse auch in Wiesbaden weiterhin sehr wachsam bleiben, um größere Ausbrüche zu vermeiden, so Butt. Dazu gehört etwa das Einhalten von Abstands- und Hygienemaßnahmen: „Grundsätzlich ist dies essentiell und notwendig, um sich und andere wirksam zu schützen“, so Butt.

Ausreichend Tests

Um möglichst viele Infektionen zu registrieren, führt das Gesundheitsamt weiterhin Tests durch - aktuell etwa 300 pro Woche. Falls kurzfristig mehr Tests benötigt werden, etwa bei einem Verdachtsfall in einem Altenheim, würden ausreichend Tests zur Verfügung stehen. Tests für jeden Bürger, wie es etwa in Bayern aktuell umgesetzt werden soll, seien aktuell jedoch nicht umsetzbar. (pk/ts)

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