Hessen verschärft Corona-Regeln

Ministerpräsident Volker Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose stellten die neuen Regeln am Abend vor.

Hessen verschärft Corona-Regeln

Das Land Hessen verschärft die geltenden Corona-Regeln. Grund sind die steigenden Corona-Zahlen und die drohende Überlastung des Gesundheitssystems. Das teilten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Dienstagabend nach den Beratungen von Bund und Ländern mit. Folgende Regeln gelten ab dem 5. Dezember bis zum 23. Dezember:

Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

Im öffentlichen Raum dürfen sich maximal zwei Haushalte treffen. Im privaten Raum gilt lediglich eine Empfehlung.

2G-Regel im Handel

Zudem dehnt Hessen die 2G-Regel (Geimpft und Genesen) auch auf den Einzelhandel aus. Ausgenommen davon sind Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte und Apotheken.

Maske und Abstand auch für Geimpfte

Außerdem fällt die 2G+-Option weg: Es ist Betreibern beispielsweise der Gastronomie, in Kinos, Theatern oder Diskotheken nicht mehr möglich, auf Abstandsregelungen und Maskenpflicht vollständig zu verzichten, wenn sie ausschließlich Geimpfte oder Genesene mit zusätzlichem tagesaktuellem Schnelltest einlassen.

Tests auch für geimpfte Schüler

Auch in Schulen gibt es eine neue Regel, die auch geimpfte und genesene Schüler betrifft. Einmal die Woche gibt es jetzt auch für sie ein Testangebot, um sicher zu sein, dass sie nicht mit dem Virus infiziert sind. Jugendliche bis 18 Jahre erhalten weiterhin aufgrund der regelmäßigen Teilnahme an den Tests in Schulen auch Zugang zu Einrichtungen und Veranstaltungen, bei denen 2G gilt. Diese Regelung soll aber auslaufen, sobald ein umfassendes Impfangebot auch für diese Altersgruppe vorliegt.

Veranstaltungen

  • In Innenräumen:

    • Bis 10 Personen: keine Regelung.

    • Ab 11 bis 100 Personen: 2G sowie Abstands- und Hygienekonzept.

    • Ab 101 Personen: 2G+ sowie Abstands- und Hygienekonzept.

    • Ab 250 Personen: Genehmigungspflicht durch die zuständigen Gesundheitsämter.

  • Im Freien:

    • Bis 10 Personen: keine Regelung.

    • Ab 11 bis 100 Personen: Abstands- und Hygienekonzept.

    • Ab 101 Personen: 2G sowie Abstands- und Hygienekonzept.

    • Ab 3.000 Personen: Genehmigungspflicht und Kapazitätsbeschränkung ab dem 3.001-ten Platz auf 25 Prozent. Das betrifft unter anderem auch Stadien.

Gottesdienste

Bei Gottesdiensten und anderen religiösen Zusammenkünften in Innenräumen wird die Anwendung der 3G-Regeln künftig dringend empfohlen.

Weitere Verbote könnten bald kommen

Die Landesregierung hat außerdem beantragt, dass der Landtag einen Beschluss fasst, um weitere Schutzmaßnahmen ergreifen zu können. Wenn dieser Beschluss gefasst wird, könnte beispielsweise zusätzlich ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum angeordnet werden. Außerdem könnten Volksfeste, Weihnachtsmärkte, Clubs, Bars und Freizeiteinrichtungen geschlossen werden. Die Entscheidung wird am Dienstag erwartet.

Bouffier wies außerdem daraufhin, dass es in vielen Bereichen sinnvoll sei, bundeseinheitlich zu entscheiden. Am Donnerstag werden deshalb die Ministerpräsidenten zusammenkommen, um über weitere Verschärfungen zu entscheiden. Dann könnte auch eine allgemeine Impfpflicht kommen. „Wir stehen vor einer sehr, sehr ernsten Situation. Mediziner warnen eindringlich, dass das Gesundheitssystem bald überfordert sein könnte“, sagte Bouffier. Nur mit weiteren Kontakteinschränkungen könne man die vierte Welle brechen.

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