Hessen ergreift weitreichende Maßnahmen gegen das Coronavirus

Schulen werden geschlossen, Abiturprüfungen sollen abgelegt werden können

Hessen ergreift weitreichende Maßnahmen gegen das Coronavirus

Die hessischen Schulen und Kindertagesstätten sind ab sofort geschlossen. Das teilte der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Freitagabend auf einer Pressekonferenz mit. Für bestimmte Berufsgruppen wird aber eine Betreuungsmöglichkeit zur Verfügung stehen.

Die Maßnahmen gelten ab sofort und werden bis auf Weiteres bis zum Ende der Osterferien fortbestehen. Dann erfolge eine neue Bewertung der Situation. Dies könne — je nach Entwicklung — aber auch schon früher geschehen.

Betreuung für Kinder einzelner Berufsgruppen gesichert

Wie Bouffier erklärte, werden die Schulen aber nicht komplett geschlossen, sondern bleiben ohne Unterrichtsverpflichtung geöffnet. Die Bediensteten müssen weiterhin erscheinen. In den Kitas des Landes wird nach dem gleichen Prinzip verfahren. Schüler können am Montag noch einmal in ihre Schule kommen, etwa um persönliche Gegenstände abzuholen. Ab Dienstag sollen keine Schüler mehr die Schulen betreten dürfen, wie Kultusminister Alexander Lorz erklärte. Betreuungsmöglichkeiten soll es für Kinder von Eltern, die im medizinischen und pflegerischen Bereich arbeiten, geben. Dadurch soll das Gesundheitssystem aufrecht erhalten werden. Aber auch Kinder von Bediensteten bei der Polizei, Feuerwehr, Justiz und aus anderen Bereichen, sollen weiter betreut werden können.

Gleiches soll durch die Maßnahme erreicht werden, alle Operationen, die nicht zwingend notwendig sind, zu verschieben. Man brauche eine hohe Zahl an Intensivbetten in den Krankenhäusern um sich auf schwer am Coronavirus erkrankten Personen vorzubereiten.

Ebenfalls betroffen von den Einschränkungen sind die Hochschulen des Landes. Dort verlängert sich die vorlesungsfreie Zeit bis auf den 20. April. Der normale universitäre Betrieb läuft unterdessen weiter. Sowohl die Abiturienten als auch Studierende sollen die Möglichkeit bekommen, ihren Abschluss zu schaffen und keine Semester oder Schuljahre zu verschenken.

Abiturprüfungen sollen abgelegt werden können

„Wir gehen nach heutigem Stand davon aus, dass das Ablegen der Abiturprüfungen möglich sein wird“, so Lorz. Man werde für entsprechend viel Platz in den Prüfungsräumen sorgen, um das Risiko einer Verbreitung minimal zu halten. Wer Krankheitssymptome hat, soll einen Nachschreibetermin wahrnehmen. Diese sollen aufgestockt werden, damit jeder die Chance zur Teilnahme an den Prüfungen hat.

Bouffier betonte die Ernsthaftigkeit der Lage, merkte aber an: „Wir haben jetzt die Chance, eine explosionsartige Entwicklung, wie in Italien, zu dämpfen.“ Dazu seien die nächsten vier bis fünf Wochen von zentraler Bedeutung. Das Gesundheitssystem Deutschlands sei eines der besten der Welt. Gleichzeitig könne sich die Lage aber jederzeit wieder ändern, so Bouffier. Neue Maßnahmen könnten sich bereits am Samstag ergeben, dann tagt das Kabinett erneut. „Es gibt eine Fülle an Sachverhalten, zu denen sich ausgetauscht wird.“

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