Coronavirus erreicht Wiesbaden: Was Ihr jetzt wissen müsst

Immer mehr Menschen erkranken am Coronavirus. Dadurch verändert sich die Situation in Deutschland immer wieder. Wir haben für Euch Antworten auf neu aufgekommene Fragen gesammelt.

Coronavirus erreicht Wiesbaden: Was Ihr jetzt wissen müsst

Das Coronavirus ist in Wiesbaden angekommen (wir berichteten). Während die Zahl an infizierten Menschen in Deutschland weiter steigt, werden weitere Fragen aufgeworfen, etwa, ob man alle Großveranstaltungen absagen sollte. Im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration gab Gesundheitsminister Kai Klose am Montag Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Welche Großveranstaltungen werden abgesagt?

Ob eine Großveranstaltung mit mehr als 1000 Teilnehmern abgesagt wird, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn empfohlen hatte, entscheiden die zuständigen Gesundheitsämter. Laut René Gottschalk vom Frankfurter Gesundheitsamt, müsse man jede Veranstaltung im Einzelfall prüfen. In Messe- oder Konzerthallen etwa könne eine gute Belüftungsanlage die Verbreitung des Virus eindämmen. Kritisch seien Veranstaltungen in Zelten, wo die Viren besonders gut zirkulieren können. Fußballspiele seien ebenfalls von einzelnen Prüfungen abhängig.

Müssen Schulen geschlossen werden?

Schulschließungen sind derzeit nicht vorgesehen. Der Schaden, den berufstätige Eltern durch voreilige Schließungen davontragen würden, wäre zu groß. Auch hier sind die Reaktionen einzelfallabhängig. Klose machte jedoch deutlich, dass man diese Maßnahme — je nach Entwicklung — nicht ausschließen könne. Derzeit gebe es dafür jedoch noch keinen Anlass. Dies wäre nur bei einem bestätigten Corona-Fall in einer Schule der Fall, eventuell könne man auch Teilschließungen verordnen.

Wird Schutzkleidung in Krankenhäusern und Arztpraxen knapp?

In Deutschland gibt es derzeit keinen Engpass bezüglich Schutzkleidung für Ärzte. Da viele Produkte aber in China hergestellt würden, könne man eine Unterversorgung in Zukunft nicht ausschließen, wie Sandra Ciesek, Leiterin des Institutes für Virologie am Frankfurter Uniklinikum erklärt. Man habe derzeit keinen akuten Notstand, kritisch könnte es lediglich werden, die Versorgung mit Schutzkleidung auch in Zukunft aufrecht erhalten zu können. Kommen über Monate hinweg neue Erkrankungen hinzu, dann kann es knapp werden.

Wird das Virus den Sommer überleben?

Zunächst ging man noch davon aus, dass wärmere Temperaturen zu einer Eindämmung des Virus führen würden. Virologin Ciesek dazu: „Das wird nicht so sein.“ Man habe aus Fällen in Kalifornien oder Australien sehen können, dass das Virus auch in wärmeren Regionen überlebt. Jedoch geht man derzeit davon aus, dass die Neuinfektionen im Sommer zurückgehen werden. Die trockenen Schleimhäute im Winter sowie das häufigere Aufhalten in geschlossenen Räumen begünstigten die Ausbreitung. Es wird sich also etwas bessern, eingedämmt wird das Virus durch die Sommermonate aber nicht.

Gibt es bald einen Impfstoff oder Alternativen dazu?

Bis ein Impfstoff auf den Markt kommen könnte, wird viel Zeit vergehen. Experten rechnen mit mindestens anderthalb Jahren. Abhilfe könnten aber andere, antivirale Mittel schaffen, die schon auf dem Markt sind. Diese sind in einer Bibliothek abgelegt, die derzeit durchforstet wird. Der Vorteil: Schlägt ein bekanntes Medikament an, könnte dieses sofort genutzt werden, da Erprobungen bereits abgeschlossen sind. Erste Ergebnisse könnten bereits in mehreren Wochen oder wenigen Monaten vorliegen.

Wer gehört zur Risikogruppe?

Ab einem Alter von 70 Jahren steigt das Gesundheitsrisiko bei einer Erkrankung am Coronavirus deutlich an. Kinder und Schwangere gehören aber nicht zu den Risikogruppen. Ebenso fallen Menschen, die einmal oder mehrfach eine Lungenentzündung hatten, nicht darunter. Vielmehr fallen darunter Menschen, deren Immunsystem aus verschiedenen Gründen geschwächt ist, zum Beispiel Menschen, die eine Chemotherapie machen oder ein Organ transplantiert bekommen haben. Ebenso fallen Raucher mitunter in die Risikogruppe, da sich deren Lungen über die Jahre verändert haben. (ms)

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