Corona-Schutzmaßnahmen noch mindestens bis Ostern

Neubewertung derzeit nicht möglich

Corona-Schutzmaßnahmen noch mindestens bis Ostern

Die strengen Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, werden noch mindestens bis nach Ostern aufrechterhalten. Das ist das Ergebnis der Gespräche zwischen Bundeskanzlerin Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder.

Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nahm an der Runde teil und informierte im Anschluss über die Ergebnisse. Dabei gab er zunächst auch einen Überblick über die Lage in Hessen. Dort seien derzeit 3587 Personen im Land mit dem Coronavirus infiziert und 27 an der Erkrankung verstorben.

Die Infektionsrate der vergangenen Tage sei zwar „moderat verlaufen“, so Bouffier. „Die Entwicklung lässt aber noch keine generelle Einschätzung zu“, erklärt der Ministerpräsident. Fakt sei, dass sich das Virus noch immer viel zu schnell ausbreite und man weiterhin versuchen müsse, diese Geschwindigkeit zu verlangsamen.

„Daher waren wir uns auch alle einig, dass wir — auch und gerade jetzt, zu Ferienbeginn und zu Ostern — daran festhalten müssen“, so Bouffier, der Hoffnungen nach einer schnellen Lockerung der Einschränkungen damit eine Absage erteilte. „Derzeit kann das nicht verantwortet werden“, sagte Bouffier am Nachmittag und gab an, dass die Maßnahmen nicht einzeln in jedem Bundesland sondern nur gemeinsam gelockert werden.

Wann dies der Fall sein wird, ist derzeit noch nicht klar. Die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten hoffen, nach Ostern eine neue Bewertung des Robert-Koch-Instituts (RKI) vorliegen zu haben. Die Frage, wann die Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen in Hessen wieder auf machen, werde in der Woche vor Ostern entschieden — vorausgesetzt, zu diesem Zeitpunkt lässt sich eine seriöse Bewertung vornehmen.

Eine Maskenpflicht, wie sie in den vergangenen Tagen diskutiert wurde, will man derweil nicht anordnen. „Es ist gut, wenn sich jeder Schützt“, erklärte Bouffier. „Aber Masken, die umfassend schützen, müssen wir zunächst den Kliniken, Krankenhäusern und dem Gesundheitssystem zur Verfügung stellen.“

Gleichzeitig zeigte sich Bouffier besorgt über die Situation in den hessischen Alten- und Pflegeheimen. Dort habe sich in den jüngsten Tagen eine sehr hohe Infektionsgeschwindigkeit beobachten lassen. Ältere Menschen müssten besser geschützt werden, nicht nur an diesen Orten, sondern beispielsweise auch in Reha-Einrichtungen. (nl)

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