Allergie gegen Corona-Impfung? HSK bietet Tests an

Grundsätzlich treten starke allergische Reaktionen gegen die zugelassenen Corona-Impfstoffe selten auf. Wer aber unter anderem gegen Kosmetika und Kontrastmittel allergisch ist, könnte dafür anfällig sein. Tests geben Klarheit.

Allergie gegen Corona-Impfung? HSK bietet Tests an

Wie häufig treten Allergien gegen Corona-Impfungen auf und wer ist dafür anfällig? Darüber informierten die Helios HSK am Dienstag. In einigen Fällen bietet die Wiesbadener Klinik auch Allergie-Tests an.

Kaum Allergie-Fälle bekannt

„Selbst starke Allergiker haben in der Regel keine allergischen Reaktionen auf einen der derzeit vier zugelassenen Corona-Impfstoffe zu befürchten“, sagt Prof. Dr. Christiane Bayerl, Chefärztin und Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie an den Helios HSK. Allergische Reaktionen auf Impfstoffe, die über lokale Reaktionen direkt an der Einstichstelle hinaus gehen, seien sehr selten. „Beim Biontech-Impfstoff kam es lediglich in circa fünf Fällen pro eine Million Erstimpfungen zu allergischen beziehungsweise anaphylaktischen Reaktionen.“ Diese starken allergischen Reaktionen können ausgelöst werden, wenn man empfindlich auf bestimmte Bestandteile der Impfstoffe reagiert. Diese sind zum Teil auch in Kosmetika und Reinigungsmitteln enthalten, was ein erster Anhaltspunkt sein kann.

Welche Bestandteile lösen Allergien aus?

Bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna werden „PEGylierte Moleküle“, sogenannte Polyethylenglykole, für allergische Reaktion verantwortlich gemacht. Sie umhüllen die mRNA und haben unter anderem die Aufgabe, diese zu stabilisieren und zu verhindern, dass sie sich vorzeitig abbaut. Polyethylenglykole werden unter anderem auch in vielen Kosmetika, Spül- und Reinigungsmitteln, Bleachings, Zahnpasten und in Abführmitteln eingesetzt. Auch in Medikamenten, beispielsweise zur intravenösen Verabreichung und als Arzneimittel zur Verödung von Besenreisern und Krampfadern sind sie enthalten. Im Moderna-Impfstoff ist außerdem Trometamol enthalten, was ebenfalls in Kosmetika, in flüssigen und halbfesten Arzneimitteln und in Kontrastmitteln enthalten sein kann.

In den Vektor-Impfstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson ist zwar kein Polyethylenklykol enthalten, dafür aber ein Molekül, das Polysorbat 80 enthält. Auch dieses sei weit verbreitet und sowohl in Kosmetika, Arzneimitteln und in Lebensmitteln enthalten. „Vor allem, wer allergische Reaktionen auf Kosmetika oder Kontrastmittel zeigt, sollte sicherheitshalber abklären lassen, ob er gegen Polyethylenglykole, Trometamol oder Polysorbat 80 allergisch ist“, sagt Prof. Bayerl.

Andere Allergien wie Asthma, Heuschnupfen, Neurodermitis, Nahrungsmittelallergie, Insektengiftallergie, Urtikaria, Kontaktekzeme und Arzneimittelexantheme seien hingegen keine Gründe gegen eine Impfung gegen Covid-19. „Aus allergologischer Sicht können diese Allergiker eine Covid-19-Impfung mit einem dafür zugelassenen Impfstoff ohne Bedenken erhalten“, so die Chefärztin.

Allergiezentrum bietet Tests und Aufklärung an

Wer also in der Vergangenheit zum Beispiel schwere allergische Reaktionen nach Impfungen, Medikamenten-Einnahmen (insbesondere nach Abführmitteln/Darmspüllösungen), bei bekannter Mastozytose hatte, könne sich vor der Impfung testen lassen. Das ginge über Haut- oder Bluttests. In Abhängigkeit von den Testergebnissen wird dann darüber entschieden, ob die Impfung dennoch unter Umständen unter stationären Überwachungsbedingungen, durchgeführt werden kann. Betroffene können sich unter der Telefonnummer (0611) 43 2632 an das Allergiezentrum der Helios HSK wenden.

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