Politiker sehen keinen Grund für Hamsterkäufe

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus' kaufen viele Menschen mehr haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel. Politiker und Lebensmittelhändler rufen Hamsterkäufer dazu auf, ihre Vorräte mit Bedacht aufzustocken und wollen ihnen die Angst nehmen.

Politiker sehen keinen Grund für Hamsterkäufe

Mehrere Einkaufswagen voll mit Klopapier, Nudeln und Mehl, nervös wirkende Einkäufer, die nach Desinfektionsmittel fragen und stellenweise leere Regale — so sieht es aktuell in vielen Wiesbadener Supermärkten, Discountern und Drogerien aus. Grund dafür sind Hamsterkäufe wegen des Coronavirus’.

Schon bevor bekannt wurde, dass der erste Wiesbadener mit dem Virus infiziert wurde, verzeichneten Rewe, Aldi, Rossmann und Co. höhere Verkäufe von haltbaren Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Viele Wiesbadener scheinen Angst vor Versorgungsengpässen zu haben und kaufen deshalb mehr ein — Politik und Lebensmittelhändler mahnen währenddessen zur Ruhe.

Politiker wollen Angst nehmen

„Es besteht kein Grund zur Sorge, dass wir irgendwo Knappheiten haben“, sagte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nach einem Treffen mit Vertretern der Lebensmitteldiscounter gegenüber der „Bild“. „Es haben zwar alle bestätigt, dass sie logistische Schwierigkeiten haben; aber die Lager sind so bestückt, dass keiner Angst haben muss, dass etwas ausgeht.“ Für Panik und Hamsterkäufe gebe es also keinen Anlass. Derzeit arbeite man aber trotzdem gemeinsam mit Discountern und Supermärkten daran, die Versorgung auch zukünftig in schwierigen Situationen zu sichern.

"Ich appelliere daher an die Bürger, ihre Vorräte mit Bedacht, Augenmaß und umsichtig aufzustocken — dann ist genügend für alle verfügbar.“ - Julia Klöckner, Ernährungsministerin

Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, wendet sich direkt an alle Hamsterkäufer: „In Deutschland haben wir aktuell keine Versorgungsengpässe“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. „Ich appelliere daher an die Bürger, ihre Vorräte mit Bedacht, Augenmaß und umsichtig aufzustocken – dann ist genügend für alle verfügbar, die Regale werden zeitnah wieder aufgefüllt.“

Discounter- und Supermarktketten arbeiten auf Hochtouren

Dem schließen sich auch die großen Discounter- und Supermarktketten an. In offiziellen Statements informieren unter anderem Rewe, Aldi und Lidl darüber, dass sie unter Hochdruck daran arbeiten, die Versorgung sicherzustellen. Zwar gebe es immer wieder Lieferengpässe einiger Produkte, das sei aber nicht dauerhaft. „Wir bitten um euer Verständnis, wenn kurzfristig an der ein oder anderen Stelle nicht jedes Produkt verfügbar ist — die nächste Lieferung ist in der Regel schon auf dem Weg“, erklärt beispielsweise der Discounter Lidl über Facebook.

Wiesbadener Läden reagieren auf Hamsterkäufe

Damit Hamsterkäufe nicht dazu führen, dass einige Regale dauerhaft leer bleiben, weil die Läden nicht mit dem Nachfüllen hinterherkommen, versucht man in einigen Wiesbadener Läden mittlerweile Grenzen zu setzen. Der Drogeriemarkt „dm“ in der Langgasse verkauft Produkte wie Klopapier, Desinfektionsmittel, Nudeln und Reis beispielsweise nur noch in handelsüblichen Mengen, in einigen Rossmannfilialen gibt es Toilettenpapier und Feuchttücher nur noch auf eine Packung pro Einkauf limitiert. Auch in der Aldi-Filiale am Coulinparkhaus weist ein Pappschild darauf hin, dass nur noch eine Packung Klopapier pro Einkauf verkauft werde. (js)

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