Schulstart in Hessen: Welche Maßnahmen plant Wiesbaden?

Am 30. August startet der Schulunterricht in Hessen wieder. Noch vor den Ferien waren Stadt und Land sicher, Präsenzunterricht garantieren zu können. Doch nun steigen die Inzidenzwerte wieder. Was ist aktuell geplant?

Schulstart in Hessen: Welche Maßnahmen plant Wiesbaden?

Nur noch wenige Tage, dann beginnt der Schulunterricht wieder. Angesichts niedriger Inzidenzwerte vor den Ferien sprach der hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz von der Absicht „im neuen Schuljahr landesweit mit täglichem Präsenzunterricht zu beginnen.“ Doch nun steigen die Werte wieder. Können die Schulkinder damit rechnen, dennoch in ihre Klassen zurückzukehren? Was tut die Stadt Wiesbaden, um Vor-Ort-Unterricht überhaupt zu ermöglichen und was ändert sich für Eltern und Kinder? Wir haben nachgefragt.

„Wir tun alles dafür, damit der Schulbetrieb nach den Sommerferien so sicher wie möglich stattfinden kann – und das mit Präsenzuntersicht an allen Schulen“, vermeldete Alexander Lorz am Dienstag (17. August). Ein neues Testheft, die Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren - das alles soll einen „sicheren Schulbetrieb“ erleichtern. Im neuen Schuljahr sollen daher landesweit alle Schulformen im Präsenzunterricht starten. Alle Schulkinder sollen also an fünf Tagen die Woche ohne gravierende Einschränkungen am Unterricht teilnehmen können.

Es wird jedoch für die ersten zwei Wochen einige Änderungen geben:

  • Statt zweimal sollen sich die Schüler nun dreimal die Woche testen (Antigen-Selbsttests). Die Teilnahme am Präsenzunterricht und schulischen Veranstaltungen ist nur für Getestete, Geimpfte oder Genesene möglich

  • Maskenpflicht besteht auch am Platz, und zwar unabhängig vom aktuellen Inzidenzwert

  • Bei Veranstaltungen und Einschulungsfeiern soll anfangs auch im Freien Mundschutz getragen werden. Ab der dritten Woche entfällt die Maskenpflicht im Freien und am Platz

Wiesbadener Schulen fordern weitere 1100 Luftreinigungsgeräte

Außerdem soll weiterhin regelmäßig gelüftet werden, das sei das „A und O für einen sicheren Unterricht“, heißt es beim Kultusministerium. Luftreinigungsanlagen könnten dabei unter gewissen Bedingungen unterstützen, aber das Lüften nicht ersetzen.

In Wiesbaden wurden bislang 425 Luftreinigungsgeräte beschafft, zum größten Teil von den Schulen direkt, ist beim Dezernat für Finanzen, Schule und Kultur auf Anfrage zu erfahren. Finanziert werden die Geräte hauptsächlich aus dem Corona-Schutzprogramm. „Manche Schulen haben darüber hinaus aus eigenem Budget oder auch über die Eltern- oder Fördervereine Geräte beschafft“, so Gisela Oberkirch, Persönliche Referentin des Stadtkämmerers Axel Imholz.

Eine Abfrage der Stadt bei den Schulen ergab, dass für die Klassen eins bis sechs für alle Wiesbadener Schulen insgesamt rund 1100 mobile Luftreinigungsgeräte beschafft werden müssten. „Die Kosten lägen bei rund zwei Millionen Euro“, so Oberkirch. Doch das vom Land Hessen zur Verfügung stehende Budget des Corona-Schutzprogramms sei bereits erschöpft. Prinzipiell sei eine Ausstattung mit mobilen Luftreinigungsgeräten nur für Räume der Kategorie 2, also schwierig zu lüften, geboten, sagt Gisela Oberkirch von der Stadt Wiesbaden. Dennoch haben Stadtrat und Schuldezernent Axel Imholz zusätzliches Budget beim Hessischen Kultusminister beantragt. Eine Antwort stehe noch aus.

Prinzipiell seien die Gelder aus dem Corona-Schutzprogramm, das Wiesbaden erhalten hat, zum Großteil direkt an die Schulen weitergereicht, „zur eigenständigen Nutzung nach situativem Bedarf“, wie Oberkirch betont. Dazu gehören, neben den Luftfiltergeräten, etwa Absturzsicherungen vor den Fenstern (damit gelüftet werden kann), Desinfektions- und Seifenspender sowie Spuckschutzwände.

Übrigens sei auch bei steigenden Inzidenzen nicht mit Wechsel- oder Distanzunterricht zu rechnen. „Höhere Werte sind inzwischen fürs Gesundheitssystem verkraftbar“, so das hessische Kultusministerium. Lediglich sei ab einer Marke von 100 (sieben-Tage-Inzidenz) das Tragen einer Maske am Platz vorgesehen.

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