RKI-Panne: Inzidenz in Wiesbaden teilweise falsch

Wiesbaden ist derzeit eine der Inzidenz-Hochburgen in Deutschland. Doch teilweise wurden dabei falsche Zahlen übermittelt.

RKI-Panne: Inzidenz in Wiesbaden teilweise falsch

Es waren ungewöhnliche Entwicklungen in der Stadt Wiesbaden: Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz wochenlang deutlich angestiegen waren, sank sie am Montag plötzlich von 1529 auf 1450 (wir berichteten). Einen Tag später ging es dann komplett in die andere Richtung: Der Wert stieg um mehr als 250 Punkte auf 1807,6 an (wir berichteten). Am heutigen Mittwoch liegt der Wert bei 1881. Doch warum dieses Auf und Ab?

Ein Sprecher der Stadt Wiesbaden erklärt auf Merkurist-Anfrage: „Am Montag beziehungsweise Dienstag traten seitens RKI technische Probleme auf, wodurch es zu Schwierigkeiten bei der Übertragung der Fallzahlen und somit zur Ausweisung einer fehlerhaften Inzidenz kam.“ Diese Fehler konnten laut Sprecher zwischenzeitlich behoben werden, die Inzidenz werde wieder korrekt ausgewiesen. „Eine tagesaktuelle Übermittlung der Fallzahlen durch das Wiesbadener Gesundheitsamt ist auch weiterhin sichergestellt.“

Wiesbaden liegt bei der Inzidenz derzeit deutschlandweit auf Platz 8 aller Kreise – übertroffen nur von Berliner Stadtkreisen und dem Landkreis Dachau. Bestimmte Hotspots gebe es in der Stadt aber nicht, wie der Sprecher sagt. „Die Infektionszahlen in Wiesbaden sind allgemeinhin auf ein diffuses Infektionsgeschehen zurückzuführen, größere Ausbruchsgeschehen sind nicht bekannt.“

Keine bestimmten Hotspots

Der Anstieg der Infektionszahlen spiegele sich in allen Altersgruppen wieder. Seit Ende der Weihnachtsferien sei ein Anstieg in den Gruppen der Kinder und Jugendlichen (5 bis 18 Jahre) zu erkennen. Ebenso stiegen die Zahlen in den Altersgruppen bis 60 Jahren deutlich. „Vulnerable Altersgruppen ab 60 Jahren verzeichnen auch einen Anstieg, dieser ist jedoch wesentlich niedriger ausgeprägt, als in allen anderen Altersgruppen“, so der Sprecher.

Trotz des massiven Anstiegs wird es von der Stadt aus aber wohl zunächst keine weiteren Maßnahmen mehr geben. „Bei der Überlegung für weitere Maßnahmen ist auch immer die Verhältnismäßigkeit zu prüfen“, so der Stadtsprecher. Dafür sei unter anderem die Hospitalisierungsinzidenz wichtig. „Diese gibt Aufschluss über eine mögliche Überlastung des Gesundheitssystems und war in Hessen zuletzt rückläufig.“ Mit der Allgemeinverfügung zur Hotspot-Regelung habe Wiesbaden zunächst alle Vorgaben des Landes erfüllt. „Der Verwaltungsstab beobachtet jedoch das Infektionsgeschehen engmaschig und berät regelmäßig über das weitere Vorgehen.“

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