Rekord-Inzidenz in Wiesbaden: Wie ist die Situation in den Krankenhäusern?

Noch nie war die Sieben-Tage-Inzidenz in Wiesbaden so hoch wie jetzt. Wie wirkt sich das auf die Arbeit der Krankenhäuser aus und wie bereiten sich die Häuser auf mögliche größere Personalausfälle aus?

Rekord-Inzidenz in Wiesbaden: Wie ist die Situation in den Krankenhäusern?

Es war eines der wichtigsten Signale der letzten Ministerpräsidentenkonferenz: Die Betriebe der kritischen Infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr und Krankenhäuser müssen am Laufen gehalten werden – auch bei steigenden Corona-Zahlen. Damit nicht zu viel Personal auf einmal ausfällt, wurde erst kürzlich die Quarantänezeit verkürzt. Jetzt hat die Zahl der Neuinfektionen einen Höchststand erreicht und die Krankenhäuser müssen trotz verkürzter Quarantäne mit Personalausfällen umgehen.

Operationen verschoben

„Vermehrt haben wir Meldungen von Mitarbeiter:innen, die sich in Quarantäne begeben müssen und damit ausfallen“, sagt Patrick Körber von den Helios HSK. „Daher sehen wir, wie wichtig die aktuellen Schutzmaßnahmen und vor allem ein vollständiger Impfstatus inklusive Auffrischungsimpfung ist.“

„Der Pandemiestab der Klinik beurteilt die aktuelle Lage und passt die Maßnahmen an die entsprechende Situation an.“ - Patrick Körber, HSK

Nach wie vor könne man die Patientenversorgung in allen Bereichen sicherstellen. Man habe frühzeitig reagiert und nicht dringend notwendige Operationen um etwa 20 Prozent reduziert. So könne das OP-Personal an anderen Stellen eingesetzt werden. Weil der Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte Februar erwartet werde, habe man den Pandemieplan entsprechend angepasst. „Der Pandemiestab der Klinik beurteilt die aktuelle Lage und passt die Maßnahmen an die entsprechende Situation an, damit die Versorgung unserer Patient:innen möglichst jederzeit gesichert ist.“

„Die Krankenhausleitung bereitet momentan mögliche Szenarien vor, die auf gesteigerte Personalausfälle angepasst werden.“ - Susanne Schiering-Rosch, JoHo

Ähnlich sieht es im St. Josefs-Hospital (JoHo) aus. Auch dort mache Omikron nicht vor den Mitarbeitern halt. „Derzeit gelten 47 Personen von 1600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als bestätigte Fälle und befinden sich in Quarantäne“, so Sprecherin Susanne Schiering-Rosch (Stand 20. Januar). Die Ausfälle würden sich derzeit auf alle Bereiche verteilen, sodass sie größtenteils aufgefangen werden können. Eingriffe müssten aber in Einzelfällen verschoben werden. Auch im JoHo wappnet man sich gegen weitere Personalausfälle: „Die Krankenhausleitung bereitet momentan mögliche Szenarien vor, die auf gesteigerte Personalausfälle angepasst werden, um die dringlichsten Bereiche jederzeit versorgen zu können.“

Noch kaum Veränderung bei Anzahl der Corona-Patienten

Die Anzahl der Corona-Patienten verändere sich hingegen aktuell in beiden Krankenhäusern noch kaum. In den HSK liegen derzeit sieben Patienten mit Corona auf der Intensivstation und 32 auf der Normalstation (Stand 21. Januar). Dort beobachte man nur eine leichte Zunahme der Fälle auf der Normalstation.

„Wir rechnen jedoch auch mit einer Zunahme an stationären Fällen in den nächsten Wochen.“ - Susanne Schiering-Rosch

Im JoHo liegen drei Corona-Patienten auf der Intensivstation und sieben auf der Normalstation (Stand 20. Januar). Besonders belastet sei hingegen die Notaufnahme. Dort würden sehr viele Corona-Patienten ankommen, die dann aber zum überwiegenden Teil ambulant versorgt werden könnten, so Schiering-Rosch. „Wir rechnen jedoch auch mit einer Zunahme an stationären Fällen in den nächsten Wochen, da wir erst am Anfang der Omikronwelle sind.“ Das würde auch zur Entwicklung der hessischen Hospitalisierungsinzidenz passen. Diese liegt heute bei 4,24. Zum Vergleich: Vor einer Woche lag der Wert noch bei 2,62.

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