In Hessen gilt ab Donnerstag 3G mit PCR-Test

Ministerpräsident Bouffier spricht von „Pandemie der Ungeimpften“

In Hessen gilt ab Donnerstag 3G mit PCR-Test

Das Land Hessen verschärft ab Donnerstag (11. November) die Corona-Maßnahmen. Das gaben Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) bei einer Pressekonferenz bekannt. Die neue Verordnung gilt ab Donnerstag und ist bis zum 28. November gültig. Hintergrund der neuen Beschlüsse sind stark steigende Corona-Infektionszahlen, vor allem aber die starke Belastung der Intensivstationen. Konkret wurden folgende Maßnahmen beschlossen:

PCR-Test notwendig

Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss zur Teilnahme an 3G-Veranstaltungen oder beim Betreten von vielen 3G-Einrichtungen in Zukunft einen aktuellen PCR-Test vorlegen. Ein Antigen-Schnelltest reicht dazu nicht mehr aus. Das betrifft die Innenbereiche bei Veranstaltungen, Messen und im Kulturbetrieb, in Freizeiteinrichtungen, Sportstätten, Kulturstätten, Gaststätten, Spielbanken und Spielhallen sowie Prostitutionsstätten.

Für Personal reicht wie bislang ein Arbeitgebertest zweimal pro Woche. Nur für Kinder und Jugendliche sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (ärztliches Attest notwendig), ist weiterhin ein Antigentestnachweis ausreichend.

3G-Regel für Beschäftigte mit Kundenkontakt

Auch am Arbeitsplatz gilt künftig die 3G-Regel immer dann, wenn die Beschäftigten Kontakt zu externen Kunden haben. Das gilt beispielsweise für das Personal in Supermärkten, im Öffentlichen Personennahverkehr oder beim Friseur. Damit setzt Hessen auf eine Regelung des Bundes, die entsprechende Testmöglichkeiten zweimal pro Woche am Arbeitsplatz vorschreibt. In Hessen müssen diese Tests von den Beschäftigten angesichts der aktuellen Infektionslage auch verpflichtend genutzt werden.

Maximalquote für Getestete bei 3G-Großveranstaltungen

Bei Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern dürfen künftig maximal 10 Prozent Getestete sein. Die übrigen Teilnehmer müssen geimpft oder genesen sein.

Mehr Tests in Schulen

Alle nicht geimpften Schüler müssen für die Teilnahme am Präsenzunterricht bis 31. Januar drei- statt zweimal pro Woche einen negativen Test vorlegen. Die Tests können weiterhin kostenlos in der Schule gemacht werden.

Booster-Impfungen

Die Landesregierung startet zudem eine „Informationsoffensive für Auffrischimpfungen“. Alle Hessen über 70 Jahre werden erneut persönlich angeschrieben. Mobile Impfteams werden gezielt die Alten- und Pflegeheime ansteuern und die Bewohner dort erneut impfen.

Gesundheitsminister Klose rät außerdem zu einer Grippeschutzimpfung: „Die Influenza-Impfung ist für besonders gefährdete Personen eine wichtige Schutzmaßnahme. Studien zeigen zudem, dass eine Impfung gegen Grippe auch vor gefährlichen Nebenwirkungen einer COVID-Erkrankung wie Thrombosen, Schlaganfällen oder Blutvergiftungen schützen kann.“

Innerhalb der vergangenen sieben Tage haben sich in Hessen mehr als 9000 Personen neu mit Corona infiziert. Auch die Lage in den Krankenhäusern sei ernst. Aktuell werden in hessischen Kliniken 649 COVID-19-Patienten stationär behandelt. 205 von ihnen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch betreut werden müssen. Die große Mehrheit, 70 Prozent von ihnen, ist ungeimpft. Laut Ministerpräsident Bouffier hat man es derzeit vor allem mit einer „Pandemie der Ungeimpften“ zu tun. Die neuen Maßnahmen seien notwendig, um die Gesundheitsversorgung weiter aufrechterhalten können.

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