Abstand halten im Bus: ESWE hofft auf „gesunden Menschenverstand“

Mindestens anderthalb Meter Abstand halten - in den Wiesbadener Bussen soll das einigen Lesern zufolge nicht immer klappen. Während sie sich mehr Rücksicht wünschen, appelliert ESWE Verkehr an den gesunden Menschenverstand der Fahrgäste.

Abstand halten im Bus: ESWE hofft auf „gesunden Menschenverstand“

Die ersten Schulklassen sitzen wieder im Unterricht und dank Corona-Lockerungen haben auch viele Geschäfte in Wiesbaden wieder geöffnet. Das hat auch Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr in der Stadt. „Seit der jüngsten Fahrplanänderung ist es wieder etwas voller in unseren Bussen geworden“, bestätigt Christian Giesen, Pressesprecher der ESWE Verkehr. Doch je voller die Busse werden, desto schwieriger wird es auch, den Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten.

„Die Menschen setzen sich nebeneinander oder direkt voreinander auf die Sitzplätze“ - Merkurist-Leserin

Dass es damit in Wiesbadener Bussen teilweise Probleme gibt, hat eine Merkurist-Leserin beobachtet — ihrem Snip zufolge werde im Bus „in keiner Weise“ auf Abstand geachtet. „Die Menschen setzen sich nebeneinander oder direkt voreinander auf die Sitzplätze“, erzählt sie. „Ich konnte erst heute morgen wieder beobachten, wie sich eine Frau mit kleinem Kind wegsetzen musste, weil eine andere Frau nicht die Abstandsregelung eingehalten hat.“ Als Fahrgast fühle sie sich im Bus nicht sicher — auch, weil ihr Durchsagen der Busfahrer fehlen würden, die auf den Mindestabstand aufmerksam machen.

„Rücksichtslose Menschen“ als Ausnahme

Doch dazu sind die Wiesbadener Busfahrer eigentlich angehalten, sagt Christian Giesen. „Sollten die Abstände mal zu eng sein, obwohl noch Platz im Fahrzeug ist, sind die Fahrer gehalten, hierzu kurze Durchsagen zu machen“, so der ESWE-Sprecher. Von den Beobachtungen der Leserin zum mangelnden Abstand ist Giesen überrascht. „Was wir aus den Kreisen unserer Fahrerinnen und Fahrer sowie von Fahrgästen hören, funktioniert das meistens gut.“ Denn: Grundsätzlich seien alle Menschen an ihrer Gesundheit interessiert und würden gut mitarbeiten — mit „Ausnahmen von unaufmerksamen Fahrgästen oder rücksichtslosen Menschen“, die es hin und wieder auch gebe.

„Wenn sich alle an diese einfachen Regeln halten, dann ist schon viel gewonnen“ - Christian Giesen, Pressesprecher ESWE Verkehr

Explizit kontrolliert wird die Einhaltung des Mindestabstands von ESWE Verkehr übrigens nicht. „Hier vertrauen wir auf den gesunden Menschenverstand unserer Fahrgäste“, so Giesen. Wichtig sei, dass die Fahrgäste die komplette Fläche des Busses nutzen, um sich zu verteilen. Außerdem hängen laut Giesen nach wie vor die dringend empfohlenen Verhaltensregeln in allen Bussen aus. Neben dem Mindestabstand wird auf die Hust- und Nies-Etikette hingewiesen sowie darauf, sich nicht ins Gesicht zu fassen, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen sowie wenn möglich nicht zu Stoßzeiten Bus zu fahren. „Wenn sich alle an diese einfachen Regeln halten, dann ist schon viel gewonnen“, so Giesen.

Zudem hat das Verkehrsunternehmen die Hygienemaßnahmen in den Bussen ausgeweitet. Abgesehen davon, dass die erste Tür bereits seit März nicht mehr geöffnet wird, die ersten Reihen abgesperrt bleiben und auch kein Ticketverkauf im Bus stattfindet, werden die Fahrzeuge auch gründlicher gereinigt. Zusätzlich zur vierwöchigen Grundreinigung mit Seife werden die Busse nun täglich desinfiziert — vor allem Haltegriffe, Ablagen und Knöpfe sowie Lenkrad und Armaturenbrett stehen dabei laut Giesen im Fokus. (js)

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