Wiesbadener Rockband Mallet bangt ums Überleben

Seit 40 Jahren steht die Wiesbadener Band Mallet auf der Bühne. Nicht nur auf dem Stadtfest und dem Theatrium sind sie eine feste Größe. Durch die Corona-Krise brach von jetzt auf gleich das Einkommen weg. Nun sind sie in ihrer Existenz bedroht.

Wiesbadener Rockband Mallet bangt ums Überleben

Die Corona-Krise trifft alle Branchen, kaum ein Mensch wird derzeit nicht in seinem Alltag davon beeinflusst. Auch die Wiesbadener Rockband Mallet musste sich stark einschränken. „Wir haben jetzt schon Aufträge im Wert von über 20.000 Euro verloren“, berichtet Manfred Dünzl, Sänger, Bassist und Gründer von Mallet. Denn durch die Absage von Veranstaltungen kann die Band nicht mehr auftreten, dadurch auch keine Einnahmen mehr erzielen. „Seit Mitte März haben wir kein Einkommen mehr, aber die Kosten laufen weiter.“

„Das ist eine Scheiß Zwickmühle.“ - Manfred Dünzl, Mallet

„Die Lage ist schon sehr ernst“, sagt Dünzl. Ein Soforthilfeprogramm kann die Band nicht in Anspruch nehmen, „das gibt es nur, wenn die Band nicht mehr liquide ist, also null Komma null vorgesorgt hast.“ Rücklagen habe die Band aber noch, die auf eine 40-jährige Geschichte zurückblicken kann. Unter anderem, weil man etwa Geld für Umsatzsteuerrückzahlungen zurückhalten müsse. „Das ist eine Scheiß Zwickmühle“, findet Dünzel. „Hätten wir schlecht gehaushaltet, würden wir die Soforthilfe bekommen.“

Also suchte der Bassist nach anderen Wegen einer kurzfristigen Finanzierung und stieß dabei auf die Plattform „gofundme“. „Es gab ja schon öfter diese Crowdfunding Aktionen, in denen jüngere Bands versucht haben, ihre neue CD zu finanzieren“, erinnert er sich und rief kurzerhand die Kampagne „Rettet Mallet“ ins Leben. Diese ging am 27. März online und konnte bisher 3000 Euro finanzieren, das Spendenziel liegt bei 6000 Euro.

Zukunft ungewiss

Um ihren Fans auch weiterhin neues Material und Shows bieten zu können, hat sich Mallet einiges einfallen lassen. „Wir werden — wie es ausschaut — am 25. April ein Konzert ohne Zuschauer als Live-Stream in der Halle45 in Mainz aufnehmen“, sagt Dünzl. „Das wird dann live im Internet um 20:15 Uhr gestreamt.“ Durch solche Aktionen erhofft sich die Band Unterstützung. „Merchverkäufe aus unserem Webshop helfen und auch und die Leute bekommen eine Gegenleistung von uns“, erklärt Dünzl.

„Mal schauen, wie lange wir das durchhalten.“ - Manfred Dünzl

Die Band nimmt mittlerweile fast täglich Videos für ihre Fans auf und hofft, die Durststrecke überstehen zu können. „Ich befürchte, dass wir die letzten sind, die wieder arbeiten dürfen, weil wir doch einige Menschenmassen bündeln. Mal schauen, wie lange wir das durchhalten.“

Das Feedback, das Dünzl und seine Kollegen erhalten haben war jedenfalls durchweg positiv. „Uns haben die Reaktionen großen Mut gemacht, das ist ein sehr sehr schönes Gefühl, wenn Du siehst, dass die Fans Dir die Stange halten, sich Sorgen machen und versuchen zu helfen“, sagt er.

Wer die Band unterstützen möchte, kann sich hier online an der „gofundme“-Kampagne beteiligen. (nl)

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