Sternschnuppenmarkt: Einige Beschicker denken über Absage nach

Mit einem strengen Hygienekonzept will die Stadt Wiesbaden den Sternschnuppenmarkt 2020 ermöglichen. Betreiber fürchten dadurch deutlich weniger Einnahmen — und wünschen sich Änderungen.

Sternschnuppenmarkt: Einige Beschicker denken über Absage nach

Glühwein, Bratwurst, Karussels und Kunsthandwerker: Der Sternschnuppenmarkt ist für viele Wiesbadener eines der Highlights am Ende des Jahres. Auch zu Corona-Zeiten soll der Markt 2020 wieder stattfinden — allerdings mit einem anderen Konzept. Während Krippe und Weihnachtsbaum wie gewohnt am Schlossplatz aufgebaut werden, sollen sich die anderen Stände über die gesamte Innenstadt verteilen.

Standbetreiber in Sorge

Dazu kommen strenge Hygienevorschriften: An keinem Ort dürfen sich mehr als 250 Personen gleichzeitig aufhalten, Kontaktdatensammlung und Einlassbeschränkungen inklusive. Neben den Besuchern müssen sich auch die Betreiber der über 100 Stände auf einen besonderen Sternschnuppenmarkt 2020 einstellen. „Das ist eine sehr schwierige Situation für die ganze Branche“, berichtet ein langjähriger Gastronomiestand-Betreiber, der anonym bleiben möchte. Ein Stand auf einem Markt wie dem in Wiesbaden sei immer mit größeren Investitionen verbunden, wie Standmiete und Personal. Diese Investitionen wieder reinzuholen sei 2020 aber nur schwer möglich, meint der Betrieber. Hauptproblem neben der starken Begrenzung der Gäste sei die Aufteilung des Marktes nach Kategorien: „Wenn alle Gastonomiestände auf einem Fleck stehen, bringt das viel mehr Konkurrenz, als wenn diese über den ganzen Markt verteilt sind.“

Die Stände würden von der Fluktuation der Gäste leben, die an den Markttagen schon mit dem Mittagsgeschäft beginne. „Niemand geht auf den Sternschnuppenmarkt, um sich seinen Glühwein herunterzuschütten oder die Bratwurst schnell reinzuschieben“, so der Betreiber. Viele Standbetreiber müssten, gebeutelt durch die letzten Monate, jetzt „die letzten Euro“ ins Rennen schicken. Zwar würden einige schon überlegen, für 2020 abzusagen, jedoch verbunden mit der Angst, die begehrten Stellplätze auf Jahre zu verlieren. Denn Interessenten für einen Standplatz gibt es viele.

Stadt bereit für Anpassungen

Der Betreiber hofft, jetzt, dass die Stadt ihr Konzept für den Sternschnuppenmarkt 2020 noch ein mal überarbeitet. Eine Idee, welche andere Betreiber auch unterstützen würden, sei, dass man anstatt neun nur drei Stände pro Standort aufbaut, um weniger Konkurrenzdruck zu erzeugen. Diese und andere Ideen wurden am Mittwoch in einem Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt vorgestellt. „Es waren sehr gute und konstruktive Gespräche“, so Oliver Heiliger von der Wiesbaden Congress & Marketing GmbH. Die Hinweise der Betreiber seien legitim gewesen und man wolle diese gerne versuchen umzusetzen. „Grundsätzlich gehen wir gerne auf die Vorschläge ein, aber der rechtliche Rahmen durch die Corona-Beschränkungen muss dabei eingehalten werden.“ Man werde in den kommenden Tagen, wie weit die Ideen der Betreiber noch umgesetzt werden können. (ts)

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