Nach Streit mit Ministerium: Staatstheater nimmt Spielbetrieb wieder auf

Neues Hygienekonzept wurde vorläufig abgenommen

Nach Streit mit Ministerium: Staatstheater nimmt Spielbetrieb wieder auf

Nach dem Streit um das Corona-Hygienekonzept und der kurzfristigen Schließung des Staatstheaters (wir berichteten) wird das Haus ab Dienstag (29.9.) wieder öffnen. Wie das Gesundheitsamt am Montag mitteilt, hat es ein neues Hygienekonzept des Theaters vorläufig abgenommen. Demnach können bis zu 298 Zuschauer Vorstellungen im Großen Haus besuchen und bis zu 77 Zuschauer im Kleinen Haus.

„Voraussetzung für die vorläufige Abnahme war unter anderem, dass der Mindestabstand von 1,5 Meter in alle vier Richtungen eingehalten wird“, so das Gesundheitsamt in einer Mitteilung. Damit das sichergestellt ist, müssen zwischen Zuschauern aus verschiedenen Haushalten immer seitlich jeweils zwei Stühle frei bleiben. Reihen vor und hinter Reihen mit Zuschauern bleiben unbesetzt. Im Foyer, in Gängen und auf den Toiletten wird Zuschauern empfohlen, Masken zu tragen, die Mund und Nase bedecken.

Gesundheitsamt informiert über Unstimmigkeiten

Das Gesundheitsamt informiert in seiner Mitteilung am Montag auch über den Verlauf der vergangenen Tage. So habe das Staatstheater dem Amt bereits am Mittwoch, 16. September, zwei Hygienekonzepte vorgelegt. Laut dem ersten Konzept sollten Zuschauer im Großen Haus im Schachbrettmuster sitzen. Laut einem zweitem Konzept sollten kleinere Personengruppen gemeinsam sitzen. Ziel beider Konzepte war es, bis zu 500 Zuschauer empfangen zu können. Laut Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung des Landes sind Theatervorstellungen mit mehr als 250 Zuschauern aber nur zulässig, wenn die zuständige Behörde ausnahmsweise eine höhere Teilnehmerzahl gestattet. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten wird.

„Es gab ein Missverständnis zwischen Theater und Gesundheitsamt.“ - Gesundheitsamt

„Es gab ein Missverständnis zwischen Theater und Gesundheitsamt, welche Konzepte mit welchen Auflagen für welche Spielstätten genau genehmigt wurden“, so das Gesundheitsamt dazu. In einem gemeinsamen Gespräch zwischen Hessischem Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Gesundheitsamt sowie Theaterleitung habe das Gesundheitsamt am Freitag, 25. September, klargestellt, dass der Mindestabstand nicht unterschritten werden kann. Das Gesundheitsamt sowie das Ministerium hätten gemeinsam versucht, das Theater zu unterstützen, damit es unter Einhaltung der zum Schutz vor der Corona-Pandemie nötigen Verordnungen vor möglichst vielen Zuschauern spielen kann. Beide hätten dem Theater die Durchführung von Vorstellungen nicht untersagt, den Spielbetrieb kurzfristig einzustellen, habe die Theaterleitung selbst entschieden.

Umsetzung des Konzepts wird überprüft

Die Umsetzung des neuen Konzepts will das Gesundheitsamt im Kleinen Haus am Dienstag, 29. September, und im Großen Haus am Freitag, 2. Oktober, vor Ort überprüfen und das Konzept danach gegebenenfalls endgültig freigeben. Über den Spielplan in den nächsten Tagen informiert das Theater auf seiner Webseite.

Hintergrund:

Das Staatstheater hatte am Freitag mitgeteilt, dass das Haus schließen müsse, „weil das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst die Durchführung der Vorstellungen nach Maßgabe des durch das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden genehmigten Hygienekonzepts für das Hessische Staatstheater Wiesbaden untersagt hat.“ Daraufhin meldete sich das Ministerium selbst zu Wort und nannte diese Darstellung falsch. Das Gesundheitsamt habe dem Theater keine Sitzordnung genehmigt, die einen geringeren Mindestabstand als 1,50 Meter nach allen Seiten zulässt. Das habe das Gesundheitsamt der Theaterleitung am Freitag auch unmissverständlich klargemacht. Eine weitere Unterstützung vonseiten des Ministeriums habe die Theaterleitung nicht angenommen. (mm)

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