Keine 2G-Regel mehr im Handel: Nicht alle Wiesbadener Geschäfte machen mit

Seit Montag muss man nicht mehr geimpft oder genesen sein, um in Geschäften einkaufen zu gehen. Das scheint nicht für alle Wiesbadener Händler eine große Erleichterung zu sein, wie eine Umfrage zeigt.

Keine 2G-Regel mehr im Handel: Nicht alle Wiesbadener Geschäfte machen mit

Seit Mitte Dezember konnten sich Geimpfte und Genesene an mehreren Ausgabestellen in der Stadt 2G-Bändchen holen, um in Geschäfte zu gehen. Das sollte es auch den Händlern erleichtern, die geltende 2G-Regel im Einzelhandel zu kontrollieren. Jetzt braucht es die Bändchen nicht mehr, denn seit Montag dürfen wieder alle einkaufen gehen – egal ob geimpft oder nicht. Stattdessen gilt jetzt die FFP2-Pflicht.

„Für uns war die 2G-Regel im Tagesablauf kein Problem“, sagt Oliver Neuhof vom Outdoor-Sportgeschäft Urban & Country in der Friedrichstraße. Die meisten Kunden seien ohnehin geimpft. Es ändere sich deshalb wenig für das Team, man müsse lediglich nicht mehr den Impfstatus kontrollieren. Das Geschäft war selbst Ausgabestelle für die 2G-Bändchen, deshalb sei man nah am Thema dran. Die FFP2-Pflicht hält Neuhof für sehr sinnvoll, „da diese Masken viel besser sitzen, sehr bequem zu tragen sind und erwiesenermaßen besser schützen.“ Das Team trage deshalb schon seit langem ausschließlich FFP2-Masken.

Geht es anderen Händlern ähnlich?

Wie eine Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zeigt, empfindet die Hälfte der teilnehmenden Wiesbadener Betriebe den Wegfall der 2G-Regel als Erleichterung. Insgesamt beteiligten sich 48 Unternehmen an der von Dienstag bis Donnerstag laufenden Umfrage. Rund zehn Geschäfte wollen freiwillig die 2G- oder 3G-Regel aufrechterhalten. „Als Gründe werden vor allem die Sicherheit für Personal und Kundschaft genannt und dass das Einhalten des Mindestabstands nicht gewährleistet werden kann“, erklärt Roland Boros von der IHK das Ergebnis.

Beim Thema FFP2-Pflicht sind die Meinungen unterschiedlich. Der Großteil erwartet dadurch keine bis geringe negative Auswirkungen auf das Geschäft. Rund 17 Prozent der Befragten sehen aber dennoch große negative Auswirkungen auf sich zukommen.

Weiterhin angespannte Situation

Eines haben die meisten Geschäfte gemeinsam: „Mehr als 90 Prozent der Teilnehmenden schätzen ihre eigene derzeitige Situation als angespannt bis sehr angespannt ein“, so Roland Boros. Grund seien insbesondere die bisher geltenden Corona-Regeln, da diese zum Teil große Umsatzrückgänge mit sich brachten. Außerdem fehle es den Betrieben an Laufkundschaft. Auch Frust und Verunsicherung bei Kunden und Probleme in der Lieferkette wurden als Gründe genannt.

„Für die Zukunft wünschen wir uns, dass die Menschen wieder zurück in die Stadt kommen und hoffen auf ein baldiges Ende der Pandemie.“ – Oliver Neuhof, Urban & Country

Das Thema Lieferkette macht auch Oliver Neuhof von Urban & Country Probleme: „Die Warenbeschaffung macht uns etwas Sorgen, da die Lieferketten doch arg gestört sind.“ Ansonsten ginge es dem Geschäft aber „ganz gut“ – zumindest den Umständen entsprechend. „Für die Zukunft wünschen wir uns, dass die Menschen wieder zurück in die Stadt kommen und hoffen auf ein baldiges Ende der Pandemie.“

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